Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Was eigentlich eine alte Fußball-Weisheit ist, war selten so wahr wie bei den Lausitzer Füchsen in dieser Woche. Nach der 0:3-Niederlage gegen die Ravensburger Towerstars am Sonntag, wartet die Chance zur Revanche bereits am Freitag. Dann reisen die Füchse zum Auswärtsspiel nach Ravensburg. Am Sonntag spielt Weißwasser zu Hause gegen die Heilbronner Falken (18.30 Uhr).
Die Hälfte der 52 Saisonspiele sind absolviert. Die Lausitzer Füchse liegen auf Tabellenplatz neun und damit einem Pre-Playoff-Rang. „Wir liegen damit im Plan. Wir haben ja immer gesagt, dass wir im Jahr des 90-jährigen Bestehens nichts mit den Playdowns zu tun haben wollen“, erklärt Geschäftsführer Dirk Rohrbach im Video-Interview des Vereins. „Ich denke, wir sind auf einem guten Weg, auch wenn es in der Tabelle sehr eng zugeht. Wir müssen weiter hellwach sein. Gerade jetzt in der schweren Zeit im Dezember, wo viele Spiele anstehen.“

Der Freitag läuft für die Lausitzer Füchse meist besser als der Sonntag

Was bei der Halbzeit-Bilanz auffällt: Die Lausitzer Füchse weisen ein kurioses Gefälle zwischen Freitag und Sonntag auf. Wenn zum Start des Wochenendes gespielt wird, sind die Füchse oft gut in Form. Ganze acht Saisonsiege gelangen am Freitagabend – darunter so mitreißende wie das 4:3 gegen die Kassel Huskies in der Overtime, das 5:3 im Derby gegen die Eislöwen Dresden oder der 5:4-Sieg im Penaltyschießen gegen den ESV Kaufbeuren. Wenn es jedoch sonntags zum Bully ging, gelang meist wenig. Nur drei Siege stehen zum Ausklang des Wochenendes zu Buche.
„Wir müssen finden, woran es liegt, vielleicht ist es die Konzentration. Wir müssen das besser machen“, sagt Füchse-Trainer Petteri Väkiparta. Ansonsten haben sich die Sorgenfalten im Gesicht des Coaches zuletzt etwas gelegt. Mit nur einem Sieg aus den ersten acht Spielen ging der Saisonstart gehörig schief, mit einem Zwischensprint hat sich Weißwasser danach aber ins Tabellenmittelfeld geschoben. Mit der Bilanz aus den letzten elf Spielen (sieben Siege, vier Niederlagen) würden die Sachsen sogar im oberen Drittel mitspielen.
Mitentscheidend dafür ist Top-Stürmer Hunter Garlent, der auf dem Eis wohl der beste Füchse-Spieler ist. Aber auch außerhalb der Eishalle fühlt sich der Top-Scorer (elf Tore, 14 Vorlagen) in Weißwasser pudelwohl. „Ich liebe Weißwasser. Es ist eine schöne, kleine Stadt, sehr familiär. Und wir haben eine große Unterstützung durch die Fans. Es macht mir viel Spaß, hier zu spielen“, sagte der Kanadier nach dem Sieg gegen die Kassel Huskies.

Hunter Garlent und Roope Mäkitalo bilden ein starkes Duo

Nach dem Abgang von Garlent Landsmann Peter Quenneville übernimmt der 27-Jährige noch mehr Verantwortung. Auf dem Eis glänzt er dabei oft im Duo mit Roope Mäkitalo, der mit zehn Toren und 13 Vorlagen nur wenig schlechter dasteht. Einer der beiden hat bei fast jedem der bisherigen 60 Saisontore seinen Schläger als Vorbereiter oder Torschütze im Spiel.
„Die Kombination mit Roope passt. Beide haben sich gesucht und gefunden. Vom Tempo und von den schlittschuhläuferischen Qualitäten passen sie gut zusammen“, erklärte Geschäftsführer Dirk Rohrbach. „Egal, wer an der Seite dieses Duo spielt – diese Spieler blühen dann auf.“
Ob das Duo allerdings auf Dauer in Weißwasser bleibt, ist noch fraglich. Die Verträge der beiden Angreifer laufen zum Saisonende aus, im Füchse-Kader haben lediglich Kapitän Clarke Breitkreuz, Steve Hanusch, Toni Ritter und Sebastian Zauner (alle bis 2024) längerfristige Verträge.

Zum Start der zweiten Saisonhälfte führt die Auswärtsreise nach Ravensburg

Eine Vertragsentscheidung bei Garlent erwartet Rohrbach im Februar und gibt sich vorsichtig optimistisch: „Wir haben natürlich das positive Feedback von Hunter mitbekommen. Er fühlt sich sehr wohl in Weißwasser.“ Die sportliche Aktualität spielt aber erst einmal auswärts, am Freitag geht es gegen die Ravensburg Towerstars.
In einem zeitweise hart geführten Spiel verloren die Lausitzer Füchse am Freitag ihr Heimspiel gegen die Ravensburger mit 0:3. Ungewöhnlich dabei war, dass die Gäste erst am Spieltag angereist waren und sofort aus dem Bus in die Eishalle kamen. Ein Erfolgsrezept, das sich Weißwasser abschaut? Trainer Petteri Väkiparta freut sich jedenfalls auf die Fahrt: „Am Freitag können wir die 9,5 Stunden nach Ravensburg genießen.“ Dass der selbe Gegner wie im vergangenen Spiel wartet, findet der Finne gut: „Das ist ein bisschen wie ein Play-Off-Modus mitten in der Saison.“

Vier Füchse als Nationalspieler

Mit Julian Wäser, Eric Hördler, Nikita Quapp und Bennet Roßmy wurden vier Weißwasser-Spieler für die WM-Vorbereitung der deutschen U20-Nationalmannschaft in Kanada nominiert. Zudem stehen Kevin Handschuh und Maximilian Heim auf Abruf bereit. Die Reise nach Kanada startet am 13. Dezember, am 20. und 22. Dezember wird es Testspiele gegen Österreich und Lettland geben. Das erste Spiel der U20-WM bestreitet Deutschland am 27. Dezember gegen Schweden.