Deutscher Meister kann wieder nur der FC Bayern werden. Mit einem deklassierenden 5:1 (2:1) im Bundesliga-Gipfel gegen Borussia Dortmund hat der Rekordchampion aus München seine Ausnahmestellung im deutschen Fußball demonstriert und alle Verfolger schon nach acht Saisonspielen abgehängt. "Natürlich war das ein Big Point. Mit der Art und Weise, wie wir gewonnen haben, war das schon ein Signal", sagte der herausragende Thomas Müller (26./34./Foulelfmeter) nach seinem 15. Liga-Doppelpack im TV-Sender Sky.

Neben dem Fußball-Weltmeister sorgten der herausragende Fließbandtorschütze Robert Lewandowski (46./58.) mit seinen Bundesliga-Saisontreffern elf und zwölf sowie Mario Götze (66.) für die nächste Münchner Torgala. Der Anschlusstreffer von Pierre-Emerick Aubameyang (37.) sorgte vor 75 000 Zuschauern in der Allianz-Arena nur kurzzeitig für etwas Spannung. Denn nur wenige Sekunden nach dem Anpfiff machte Bayern-Torjäger Lewandowski den Deckel drauf und die Partie war gelaufen. Das sah auch der Dortmunder Abwehrchef so: "Das 3:1 hat uns das Genick gebrochen, bis dahin war es aus meiner Sicht ein ausgeglichenes Spiel", sagte ein frustrierter Mats Hummels nach der Partie.

"Wir haben es uns anders vorgestellt, müssen aber akzeptieren, dass wir nicht gut genug waren", sagte BVB-Trainer Thomas Tuchel. Als Vorbereiter präsentierte sich auch Bayern-Abwehrchef Jérôme Boateng mit zwei langen Pässen stark. Dagegen gab Dortmunds unsicherer Keeper Roman Bürki ein unglückliches Bild ab. "Zwei 60-Meter-Pässe und ein dummer Elfmeter. Das war viel zu einfach. Das darf nicht passieren", sagte Tuchel.

Er musste im 15. Pflichtspiel als BVB-Trainer seine erste - und dann gleich heftige - Niederlage verkraften. Die Tabelle führen die Münchner, die wie in der Triple-Saison die Startbestmarke von acht Siegen bejubeln konnten, mit sieben Punkten Vorsprung auf Dortmund an. Nach einem 0:3 gegen den 1. FC Köln ist der FC Schalke als Tabellendritter nach acht Spieltagen um acht Zähler distanziert.

Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge warnte schon einmal vor allzu großer Euphorie: "Es sind noch 26 Spiele. Wir tun gut daran so weiterzumachen." Auch Sportchef Matthias Sammer wollte von einem Titel-Selbstläufer nichts wissen: "Es ist erst der achte Spieltag und wir bestreiten einen Marathonlauf." So sieht es auch Trainer Pep Guardioala: "Niemand ist heute Deutscher Meister geworden. Wir müssen auf dem Boden bleiben."