18 Jahre nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga hat sich der FSV Zwickau wieder im Profi-Fußball zurückgemeldet. Nach einem Freistoß von Patrick Göbel bugsierte Toni Wachsmuth (79.) den Ball aus Nahdistanz mit dem Knie ins SV-Gehäuse. "Uns ist eine riesige Last abgefallen - da meine ich nicht nur die Mannschaft, sondern alle, von der Waschfrau bis zum Vorstandschef", meinte Trainer Torsten Ziegner, der nach dem Platzsturm der Fans sofort in die Kabine geflüchtet war. Unter den Jubelnden waren mit Robert Berger, Marc-Philipp Zimmermann und Patrick Wolf weitere Ex-Cottbuser.

Da der Deutsche Fußball-Bund (DFB) das Sportforum "Sojus 31" für die Relegation nicht zugelassen hatte, mussten die Zwickauer nach Plauen ausweichen. Im August wird die neue Spielstätte eröffnet - etwa 500 Meter vom "Sojus" entfernt. Die drittligataugliche Arena bietet 10 000 Zuschauern Platz. Der Fußball hat in Zwickau eine lange Tradition. Als ZSG Horch Zwickau holte sich das westsächsische Team 1950 die erste DDR-Meisterschaft und gehörte dann als spätere BSG Sachsenring Zwickau bis 1983 ohne Unterbrechung der DDR-Oberliga an. Für Furore sorgte das Team 1975, als es zum dritten Mal DDR-Pokalsieger wurde und in der darauffolgenden Saison im Europacup der Pokalsieger ins Halbfinale einzog.

1994 gelang der Aufstieg in die 2. Bundesliga, die bis 1998 gehalten werden konnte. Danach ging es sowohl sportlich als auch wirtschaftlich mit dem Verein bergab - die Talfahrt gipfelte 2005 im Abstieg in die Landesliga. Erst 2012 stieg Zwickau wieder in die Regionalliga auf.