Über zwei Tage hinweg dauerten bei Dynamo Dresden die internen Beratungen über die Zukunft von Alexander Schmidt. Am Sonntagnachmittag stand fest: Der 53-Jährige darf vorerst Trainer des Fußball-Zweitligisten bleiben. „Wir sind der Überzeugung, dass Alex und sein Team weiterhin das richtige Trainergespann für unseren Weg sind und wir mit ihnen unser großes Ziel, den Klassenerhalt, schaffen werden. Sie haben unsere volle Rückendeckung, konsequent die Dinge einzufordern, damit wir das nächste Level erreichen“, erklärte Sportgeschäftsführer Ralf Becker in einer Vereinsmitteilung.

Dynamo Dresden und die Bilanz des Schreckens

Die Entscheidung ist nicht selbstverständlich, denn der Blick auf die nackten Zahlen hätte auch ein anderes Ergebnis der Beratungen zugelassen. Am Freitag hatte Dynamo beim bis dato Drittletzten Holstein Kiel mit 1:2 verloren. Die achte Saisonniederlage war zugleich wettbewerbsübergreifend die sechste hintereinander. Insgesamt sechs Partien blieb Dynamo in dieser Saison ohne eigenes Tor. Im Gegenzug kassierte der Aufsteiger allein in den vergangenen fünf Ligaspielen zehn der insgesamt 18 Saison-Gegentore – eine Bilanz des Schreckens. Zumal die Sachsen als Tabellen-14. nur noch einen Zähler Vorsprung vor dem Relegationsrang haben.

Dynamo: Die Gründe für den Absturz

Dabei ließ es sich unter Schmidt zunächst gut an. Nach dem noch souveränen Aufstieg unter der Regie des gebürtigen Augsburgers starteten die Sachsen mit einer Serie von drei Siegen, einem Remis sowie dem Erstrundenerfolg im DFB-Pokal in die Saison. Doch aufgrund von Verletzungen musste Schmidt immer wieder seine Mannschaft umbauen.
Vor allem die langfristigen Ausfälle der beiden Leistungsträger Tim Knipping und Panagiotis Vlachodimos (beide Kreuzbandriss) sowie des Sommerneuzugangs Brandon Borrello (Mittelfußbruch) konnten die Sachsen nicht kompensieren. Gleichzeitig finden aber talentierte Spieler wie Heinz Mörschel, Ransford Königsdörffer und Julius Kade nicht in die Spur und bleiben deutlich unter ihrem Leistungsvermögen. „Wir sind bewusst mit großen Teilen unserer Aufstiegsmannschaft in die Saison gegangen“, erklärt Becker. „Jeder Spieler ist gefordert, sich weiterzuentwickeln und dem neuen Niveau anzupassen. Natürlich braucht es bei einer jungen Mannschaft etwas Geduld.“
Dynamos 51 Jahre alter Sportchef gibt sich jedoch auch selbstkritisch. Die Analyse habe ergeben, „dass wir vielleicht nicht die Tiefe im Kader haben, wie wir uns das vorgestellt haben. So ehrlich muss man sein“. Auch die von Schmidt als Ersatz für die Langzeitverletzten geforderten Wunschspieler Toni Leistner und Ibrahima Traoré wurden aus finanziellen Gründen nicht verpflichtet.

Dynamo: Jetzt kommt Tabellennachbar Düsseldorf

Zwei Wochen hat Dynamos Coach dank der Länderspielpause nun Zeit, seine Mannschaft auf das wichtige Heimspiel gegen den Tabellennachbarn Fortuna Düsseldorf vorzubereiten. Auch ein Testspiel voraussichtlich am kommenden Freitag soll dabei helfen. Gegner und Ort stehen noch nicht fest. Dafür kann der Dynamos-Coach auf einige Rückkehrer setzen. „Umso positiver ist, dass Brandon Borrello, Kevin Ehlers und Patrick Weihrauch nach ihren Verletzungen im Mannschaftstraining zurück sind. Im Prinzip sind sie drei Neuzugänge“, erklärte Becker.