Im Oktober 1972, als Badminton noch Federball hieß, hielt der damals Elfjährige zum ersten Mal einen Schläger in der Hand. Zunächst trat er gegen die Freunde im Wohnviertel an, dann gegen die jungen Mitstreiter im Verein und schließlich bei den DDR-Schülermeisterschaften. Michael Huber ist auch nach der Schulzeit seinem Sport treu geblieben. 1991 kamen die letzten DDR-Einzelmeisterschaften in Leipzig zur Austragung, die damals Qualifikationsgruppe Ost hießen. „Dort wurde ich der letzte DDR-Meister“ , sagt der Luckauer nicht ohne Stolz. 1994 holte er den Deutschen Meistertitel in der Altersklasse O 32 in die Lausitz. Den Sprung aufs EM-Treppchen hat Michael Huber noch nicht geschafft. Aber auch diesen Traum will der 43-Jährige, der sich selbst als sehr ehrgeizig bezeichnet, noch nicht aufgeben. Für die kommenden zwölf Monate sind die Ziele bereits abgesteckt: „Ich möchte Landesmeister in der AK O35 im Einzel und Doppel werden, meinen Titel bei den Norddeutschen Einzelmeisterschaften in Hamburg verteidigen und eine Medaille bei den Deutschen Einzelmeisterschaften in Delmenhorst holen“ , zählt Huber die Hürden für 2005 auf, die nicht weniger hoch sind.
„Es ist eine der schnellsten Sportarten der Welt“ , erklärt Micheal Huber, was ihn am Badminton so fesselt. „Wer in diesem Sport erfolgreich sein will, muss gewisse koordinative Fähigkeiten haben, schnell sein, Kraft haben und Ausdauer. Mit anderen Worten: Was in den Füßen ankommen soll, muss im Kopf klar sein. Die Technik kann noch so gut sein, wenn die Füße nicht schnell genug sind.“
Damit ihn bei den anstehenden Wettkämpfen die Füße nicht im Stich lassen und die Technik sitzt, trainiert der Vermessungsingenieur nach Feierabend zweimal pro Woche Badminton und schlüpft einmal wöchentlich in die Fußballschuhe - gutes Lauftraining, wie er sagt. Was meint die Familie zu seiner zeitaufwändigen Leidenschaft„ „Die steht hinter mir“ , sagt der zweifache Vater stolz. Im Gegenteil - mit seiner Sportbegeisterung hat er alle angesteckt. Tochter Doreen (21) war bis zum Abi beim Jazzdance, Sohn Philipp (17) spielt seit seinem fünften Lebensjahr wie sein Vater Badminton und gehört zur 2. Mannschaft des BC 58 Luckau, die die Landesliga anführt.
Natürlich ist auch Michael Huber Mitglied im Badmintonclub. Als 2. Vorsitzender des BC 58 Luckau lädt er alle Interessierten zum Mitmachen ein. Seine Empfehlung: am besten mit Beginn der Schule anfangen. Wer gute Beweglichkeit und eine ausreichende Portion Leistungswillen mitbringt, dem sei im Hobbybereich keine Altersgrenze gesetzt. Michael Huber verweist auf die Internet-Adresse www.bc58luckau.de, wo Interessierte Trainingszeiten nachlesen oder sich über Veranstaltungen des Vereins informieren können.
Seit vorigen Oktober gibt es für die Mitglieder des Luckauer BC viel zu tun. Die 44. Norddeutschen Einzelmeisterschaften im Badminton werden an diesem Wochenende in der Lausitzstadt ausgetragen. „Der gesamte Verein ist mobilisiert und macht mit“ , richtet Michael Huber ein Lob an die vielen Helfer um Vereinschef Hans-Jürgen Kaiser.
Ab heute wird sich in der Luckauer Sporthalle zeigen, was die 48 BC-Mitglieder auf die Beine gestellt haben. Bei freiem Eintritt sind Sportbegeisterte das gesamte Wochenende zum Zuschauen eingeladen, wenn die 34 Damen und 48 gemeldeten Herren gegeneinander antreten.
Michael Huber wird dabei sein. Allerdings als Zuschauer und moralische Unterstützung. Denn die Spitzenspieler aus Hamburg, Lüneburg, Berlin, Lübeck und der Lausitz gehören zur AK O 19, sind also zwischen 17 und 32 Jahre alt. Und wem drückt der Luckauer besonders die Daumen“ Natürlich den Teilnehmern aus seiner Heimatstadt. „Vielleicht kann einer bei gutem Los eine Runde gewinnen“ , sagt er und räumt ein: „Mehr ist bei dieser Konkurrenz nicht drin.“ Über Unterstützung von Fans aus der Lausitz werden sich Michael Huber und die Lokalmatadoren auf jeden Fall freuen.

Ansetzungsplan 44. Norddeutsche Badminton-Einzelmeisterschaften
Heute, ab 17 Uhr: Gemischtes Doppel bis einschließlich Halbfinale, Halbfinalspiele ca. 20.30 Uhr;
Samstag, ab 9 Uhr: Herreneinzel; ab 11 Uhr: Dameneinzel; ab 14 Uhr: Herrendoppel; ab 15.30 Uhr: Damendoppel; ca. 19 Uhr: Viertelfinalspiele Damen- und Herrendoppel;
ca. 20.00 Uhr: Viertelfinalspiele Damen- und Herreneinzel;
Sonntag, ab 9 Uhr:
Halbfinalspiele Damen- und Herrendoppel, Damen- und Herreneinzel; ab ca. 12 Uhr: Finalspiele