Der DFB-Kontrollausschuss hat den Antrag auf 50 000 Euro Geldstrafe gegen den geständigen Ex-Schiedsrichter überraschend zurückgezogen und damit vor dem außerordentlichen DFB-Bundestag in Mainz, bei dem heute ein Schlussstrich unter die Affäre gezogen werden soll, für brisanten Diskussionsstoff gesorgt. Sportgerichts-Vorsitzender Rainer Koch habe seit längerem signalisiert, keine Geldstrafe gegen Hoyzer aussprechen zu wollen, begründete der Verband die plötzliche Kehrtwende. "Entscheidend dafür ist, dass nach seiner Meinung mit dem Ausschluss aus dem DFB schon eine harte Sanktion beantragt ist und daher eine zusätzliche Strafe nicht erforderlich scheint", sagte DFB-Pressechef Harald Stenger.
Der DFB wehrte sich vehement gegen Spekulationen, er habe mit dem Verzicht auf die empfindliche Geldstrafe Hoyzers Aussagen erkauft. "Mit der Rücknahme des Geldstrafe-Antrags sind keine weiteren Absprachen mit Herrn Hoyzer oder dessen Anwalt verbunden", betonte Stenger. Der Kontrollausschuss fordere weiter den Verbandsausschluss auf Lebenszeit für Hoyzer sowie ein dauerhaftes Verbot, ein Amt auszuüben, insbesondere das eines Schiedsrichters.
Bei der Aufarbeitung des von Hoyzer ausgelösten Skandals - er hat Spielmanipulationen in vier Fällen und drei weitere Manipulationsversuche gestanden - hat der DFB auf das Tempo gedrückt. Nach dem Rückzug von zehn Protesten sind alle Sportgerichts-Verhandlungen abgeschlossen und bei vier Einsprüchen durch das Bundesgericht bestätigt worden. In der Mainzer "Rheingoldhalle" wollen sich die Delegierten auch damit beschäftigen, wie eine Wiederholung eines solchen Skandals ausgeschlossen werden kann. Der DFB will in seinen Statuten den Passus verankern, dass nach dem 30. Juni keine Punktabzüge mehr verfügt oder Spielwiederholungen angeordnet werden können, sofern kein Verfahren eingeleitet wurde. Zudem sollen Einsprüche gegen Spielwertungen während der laufenden Saison mit dem viertletzten Spieltag nicht mehr zulässig sein. (dpa/noc)