"Ich denke schon", antwortete der Niederländer am Mittwoch auf die Frage, ob seine Trainerkarriere mit dem Rücktritt im Kraichgau beendet sei. "Schade, dass der Knurrer nicht mehr da ist."

Stevens, wegen seiner manchmal etwas harschen Art oft als Knurrer aus Kerkrade bezeichnet, wird sich in naher Zukunft vielleicht sogar einer Operation unterziehen müssen. In der vergangenen Woche war er vom Teamarzt erstmals auf Unregelmäßigkeiten im Herzen hingewiesen worden, am Tag nach dem bitteren 0:2 gegen den SV Darmstadt 98 bestätigten Untersuchungen in der Uni-Klinik Heidelberg am Montag die Diagnose.

"Die Gesundheit geht immer vor", sagte Stevens, der in Hoffenheim Ende Oktober die Nachfolge von Markus Gisdol angetreten hatte. Er werde die Bundesliga und Hoffenheim auch in Zukunft verfolgen. "Aber um auf dem Platz zu stehen und zu reagieren, da glaube ich, dass das Risiko zu groß ist", sagte Stevens. Der Verein brauche gerade in der aktuellen Situation einen Trainer, der "120 Prozent" bringen könne. "Und das kann ich leider nicht."

Die Hoffenheimer stehen damit drei Tage vor dem wichtigen Spiel bei Werder Bremen ohne Trainer da. "Die Entscheidung ist absolut nachvollziehbar, auch wenn sie für uns völlig überraschend kam", sagte Sportdirektor Alexander Rosen. Stevens hatte das Ruder bei der taumelnden TSG bislang nicht herumreißen können. In zehn Spielen unter der Regie des Niederländers holte Hoffenheim nur acht Punkte und einen Sieg.

Hinter den Kulissen bemühen sich die Verantwortlichen darum, den 28 Jahre alten Julian Nagelsmann bereits jetzt in die Verantwortung zu nehmen. Der bisherige A-Jugend-Trainer sollte im Sommer ohnehin die Nachfolge von Stevens antreten.