Für Benjamin Starke, der nach der WM 2007 vom PSV Cottbus zur SG Neukölln nach Berlin gewechselt war, ist die gelungene Qualifikation ein Riesenerfolg. Denn im Vorfeld hatte der 21-Jährige die Normzeit noch als „exorbitant hoch“ eingeschätzt (die RUNDSCHAU berichtete). Nun wird er auch als Einzelstarter in Peking dabei sein, nachdem er mit dem dritten Platz über 200 Meter Freistil bereits das Ticket für die 4 x 200-Meter-Staffel gebucht hatte. „Das war ein perfekter Abschluss“ , sagte Starke gestern der RUNDSCHAU. „Die Staffel-Qualifikation für Olympia war das Grundziel. Mit dem Einzelstart in der Tasche fühle ich mich jetzt als richtiges Mitglied der Nationalmannschaft.“ Zudem hat Starke seine Bestmarke um 8/10 gesteigert. „Die Zeit ist auch international einiges wert“ , sagte er.
25 von 52 möglichen Einzel-Tickets wurden bei den deutschen Meisterschaften insgesamt gelöst. Cheftrainer Örjan Madsen dürfte heute einschließlich Staffel-Besetzungen rund 28 Aktive zur Nominierung vorschlagen. „Wir haben einige starke Disziplinen, aber wir haben mehr Schwächen als Stärken“, stellte er nach drei Europarekorden und acht deutschen Rekorden fest. „Deshalb müssen wir bei aller Freude über die guten Leistungen auf dem Boden bleiben. Wir dürfen jetzt bloß nicht zufrieden sein.“
Unter die Qualifikationswettbewerbe hat Britta Steffen gestern mit deutscher Bestzeit von 24,19 Sekunden über 50 Meter Freistil einen hoffnungsvollen Schlusspunkt gesetzt. Und Titelverteidigerin Jaana Ehmcke aus Potsdam war völlig aus dem Häuschen, nachdem ihr in 8:26,70 Minuten überraschend die Olympia-Qualifikation über 800 Meter Freistil gelungen war. „Ich bin überwältigt“, stellte sie völlig überrascht fest.
„Das war heute schon eine Kampfansage an meine internationalen Konkurrentinnen für Peking“, sagte Gold-Kandidatin Britta Steffen. Einen Tag nach ihrer Europabestzeit über 100 Meter Freistil verfehlte sie die kontinentale Bestmarke der Niederländerin Marleen Veldhuis nur um 1/10 Sekunde. Steffen, vierfache Europameisterin von Budapest 2006, traut sich für Olympia einiges zu: „In Peking will ich über 100 Meter Freistil Weltrekord schwimmen.“
Örjan Madsens Zielsetzung für Peking lautet: „Besser sein als in Athen.“ Vor vier Jahren gab es einmal Silber und viermal Bronze. Die Medaillen-Hoffnungen für Peking ruhen vor allem auf Britta Steffen (50 und 100 Meter Freistil), Annika Lurz (200 Meter Freistil), Sarah Poewe (100 Meter Brust) und Helge Meeuw (100 Meter Rücken). (dpa/Eig. Ber./jam/tus)