Lakli hatte den Cottbuser durch seine längere Reichweite zwar in Schwierigkeiten gebracht. Doch mit Unterstützung des lautstarken Publikums sicherte sich der insgesamt aktivere Schulze mit einigen guten Kombinationen in der Schlussphase endgültig den einstimmigen Erfolg. Der 27-Jährige steigt durch diesen EM-Titel in der B-Klasse nun in den Profibereich des Weltverbandes World Kickboxing Network (WKN) auf.

Schulzes Erfolg war der Höhepunkt der gelungenen K1-Boxnacht des Kickbox Team Cottbus 09. Der veranstaltende Verein hatte die Lausitz-Arena in eine Box-Kulisse verwandelt, die bei der Qualität der Kämpfe wie auch beim Rahmenprogramm professionellen Ansprüchen genügte. Die Band "Russ and the Velvets" sorgte für eine ganz spezielle musikalische Untermalung des von Feuershow und Cheerleading-Auftritten umrahmten Abends. Vom WKN-Präsidenten Wolfgang Gier gab es deshalb zum Schluss ein großes Lob am Ringmikrofon: "Die Cottbuser entwickeln sich immer mehr zu den besten Veranstaltern in ganz Deutschland."

Die fast vollen Zuschauerränge waren bunt gemischt, die Resonanz auf diese Veranstaltung machte deutlich, dass es in Cottbus noch immer ein Publikum für den traditionsreichen Boxsport gibt. Neben etlichen Profis von Energie Cottbus waren unter anderem auch Olympia-Medaillengewinner Maximilian Levy und Stadtsportbund-Geschäftsführer Tobias Schick zu Gast.

Wenige Tage vor der Box-Gala waren allerdings mögliche Verstrickungen des neuen Europameisters ins rechtsextreme Milieu bekannt geworden. Deswegen war kein offizieller Vertreter der Stadt Cottbus in der Lausitz-Arena zugegen.

Großes Lob für den Verein

Nachdem sein Verein am Freitag schon eine Ehrenerklärung für Mario Schulze abgegeben hatte, erlebte der 27-Jährige nach seinem Sieg Sympathiebekundungen. Große Teile des Publikums skandierten "Mario, du bist okay". Auch Kickbox-Weltmeister Max Baumert gab nach seinem Sieg im wohl besten Kampf des Abends gegen den Tschechen Martin Tomascik ein positives Statement für den veranstaltenden Verein ab. Auch der aus Eurosport-Übertragungen bekannte Weltmeister Dima Weimer - ein Hamburger Polizist - lobte die Veranstalter. Schulze indes ging in seiner Dankesrede nicht noch einmal auf die gegen ihn erhobenen Vorwürfe ein. Am Vortag des Kampfes hatte er erklärt: "Ich gehöre nicht in die rechte Ecke und werde da auch niemals hingehören."

Für die anderen Cottbuser Kickboxer lief der Abend derweil nicht ganz so erfolgreich: Sebastian Tillack und Francesco Eckert verloren ihre Kämpfe, Vereinspräsident Steve Beier musste seinen geplanten Einsatz wegen einer Fußverletzung kurzfristig absagen.