Änderungen im Mannschaftsgefüge gegenüber dem Freiburg-Spiel hatte Energie-Teammanager Petrik Sander unter der Woche angekündigt. Und er ließ rotieren. Auf der linken Abwehrseite entschied er sich zunächst gegen Sidney, den er wegen seines Übergewichts kritisiert hatte. So stand Kapitän Gregg Berhalter wie schon in den Partien zuvor auf dieser Position.
Der beste Energie-Torschütze, Kevin McKenna, durfte als Innenverteidiger wieder in der Abwehr ran. Dafür rückte Vragel da Silva ins defensive Mittelfeld neben Timo Rost. Auf den Außenpositionen kamen Daniel Gomez und Lawrence Aidoo zum Einsatz. Markus Dworrak musste wegen Leistenproblemen das letzte Training abbrechen und war nicht im Kader. Gäste-Trainer Paul Linz begann genau mit der Formation, die zuletzt 3:1 im Heimspiel gegen Saarbrücken gewann.
Energie versuchte, gleich die Initiative zu übernehmen, was optisch zunächst gelang. Ein erstes Achtungszeichen setzte Timo Rost in der 10. Minute mit einem Distanzschuss, den aber der Ahlener Torhüter Pascal Borel problemlos meisterte. Das sollte es aber dann schon fast gewesen sein, sieht man einmal von Kioyos Kopfball (14.) ab, den er aus Nahdistanz über das Tor setzte.
Energie operierte meist mit langen Bällen, die aber kaum einen Abnehmer fanden. Kombinationen über mehrere Stationen waren beim FCE Fehlanzeige. Über die Außen wurde so gut wie kein Druck entwickelt, sodass die Gäste immer wieder ein Bein oder den Kopf dazwischen bekamen. Ein müder Kick von beiden Seiten.
Der LR Ahlen entwickelte auch keine Torgefahr, sodass sich beide Teams nahezu neutraliserten. Trotzdem hatten die Gäste in der Nachspielzeit der ersten Hälfte sogar die Chance, überraschend in Führung zu gehen. Glücklicherweise konnte Nico Patschinski nicht richtig Maß nehmen und so ging sein Drehschuss über das Tor. Zaghafte Pfiffe zur Halbzeit, wann gab es das zuletzt in Cottbus? Auch der verletzte FCE-Stürmer Steffen Baumgart mochte auf der Pressetribüne keinen Kommentar nach 45 Minuten abgeben.
Petrik Sander reagierte auf die harmlose Vorstellung seiner Elf und wechselte gleich zweimal zur Pause. Für Rost kam Sebastian Schuppan und für Hysky Sidney. Dadurch rückte Berhalter in die Innenverteidigung. Und es ging gut los. Cottbus erhöhte das Tempo und Vragel da Silva verfehlte in der 46. Minute nur knapp den Ahlener Kasten. Jetzt lief der Ball deutlich besser und der Gastgeber versuchte, mehr Druck aufzubauen. Doch auch Ahlen blieb gefährlich, so verfehlte Racanel das Cottbuser Tor nur knapp.
Trotzdem war der Gastgeber weiter bemüht, endlich zu etwas Zählbarem zu kommen. Schließlich brachte Petrik Sander auch noch Daniel Gunkel, der zu seinem ersten Einsatz nach seinem Fußbruch kam. Und immer wieder die Aufforderung der Fans: „Wir wollen Euch kämpfen sehen.“ Das Bemühen war da, doch eine zu große Fehlerquote im Spielaufbau begünstigte das letzlich enttäuschende Remis. Schiedsrichter Grudzinski, der am Ende einige fragwürdige Entscheidungen traf, musste sich „Hoyzer, Hoyzer-Rufe“ der Fans gefallen lassen.
Energie: Piplica (Note 3) - Szelesi (4,5), Hysky (5) (46. Sidney/5), McKenna (3,5), Berhalter (4) - Gomez (4), da Silva (4) (67. Gunkel/-), Rost (5) (46. Schuppan/3,5), Aidoo (5) - Radu (4), Kioyo (4)
Ahlen: Borel (Note: 3,5) - Tredup (4), Djenic (-)(39. Ndjeng/ 4,5), Velkoborsky (3,5), Fengler (4,5) - Bamba (4,5), Langeneke (5), Keidel (5), Racanel (3) (81. Ketelaer/-) Thioune (4) (68.Kaluzny/-), Patschinski (3)
Tore:
Schiedsrichter: Grudzinski (Hamburg); Zuschauer: 11 000; Gelbe Karten: Gomez, Aidoo, Sidney- Velkoborsky, Thioune, Kaluzny; Gelb-Rot: Gomez (89.).