Ein Kovács-Salto trotz der Corona-Krise, Geräteturnen in Zeiten der Pandemie? Das ist in Cottbus durchaus denkbar: Nachdem die Rundschau schon davon berichtet hatte, dass der Olympiastützpunkt (OSP) Brandenburg eine Ausnahmegenehmigung für die aussichtsreichsten Kandidaten auf eine Teilnahme an den Olympischen Spielen beantragt hat, können nun auch die Cottbuser Turner darauf hoffen, weiter trainieren zu dürfen.

Zwar hat keiner der Athleten die am Bundesstützpunkt Cottbus trainieren, derzeit gute Aussichten auf die Teilnahme an den Olympischen Spielen und gehört somit auch nicht zum „Team Tokio“ des Landes Brandenburg – dennoch plädiert der stützpunktleitende Trainer Karsten Oelsch dafür, auch seinen Turnern das Training zu ermöglichen: „Wir haben eine riesengroße Turnhalle. Dort wäre genügend Platz, um alle Regeln einzuhalten“, so Oelsch.

Am Olympiastützpunkt in Cottbus gibt es derzeit acht streng zu befolgende Corona-Regeln, anhand derer überhaupt das Training einiger weniger Tokio-Kandidaten erlaubt ist.   OSP-Bereichsleiter Mirko Wohlfahrt hat bisher für 22 Cottbuser Sportlerinnen und Sportler, die sich auf Olympische oder Paralympische Spiele vorbereiten, sowie deren Trainer eine Ausnahme beim Sportstättenbetrieb Cottbus beantragt. Damit ist die Obergrenze von nicht mehr als 50 Personen, die aktuell die Infrastruktur des Sportstättenbetriebes Cottbus nutzen dürfen, noch nicht erreicht. Wohlfahrt kündigte an, dass eine Erweiterung auf die Turner denkbar wäre. Die Beantragung müsste über die Sportdirektoren der jeweiligen Spitzenverbände laufen.

Für Cottbus kämen derzeit mit Leonard Prügel, Lucas Kochan, Willi Binder und Tom Schultze nur vier Kader-Athleten infrage. Deren Cheftrainer Karsten Oelsch betont: „Sicherlich können sich Turner auch privat etwas fithalten. Doch das spezifische Training ist kaum möglich, es hat schließlich niemand einen Barren oder ein Reck zu Hause stehen.“

Der Ex-Turner weiß, dass in der aktuellen Situation die Belange der einzelnen Sportler eher nachrangig sind, er verspricht aber: „Wir würden natürlich genügend Sicherheitsabstand waren – theoretisch könnte sogar jeder Turner einzeln in die Halle gehen. Es ist aktuell natürlich schon schmerzhaft für uns zu sehen, dass die Turnhalle komplett leer ist.“