Vor zwei Wochen klang Johannes Mönnich noch entspannt. Die Saison wurde zwar vorzeitig beendet für den 22-jährigen Bundesliga-Volleyballer aus Malitschkendorf (Elbe-Elster). Trotzdem hatte er Planungssicherheit, sein Vertrag beim TV Rottenburg lief bis 2021.

Nun gibt es aber keinen Vertrag mehr. Der Traditionsklub aus Baden-Württemberg hat sich wegen der Corona-Krise aus dem Profi-Volleyball zurückgezogen – und Mönnich steht von heute auf morgen ohne Arbeitgeber da. „Es gibt schlimmere Schicksale“, sagt der Lausitzer. „Aber natürlich war das schon ein krasser Schock.“

Dass der Club nun einen Neustart in der 3. Liga anpeilt, wird kontrovers diskutiert, da die Liga gerade einen Solidarakt ausarbeiten wollte. „Man hätte damit locker sechs bis acht Wochen warten können“, sagte Liga-Sprecher Andreas Bahlburg der „Sportschau“. Rottenburg-Manager Philipp Vollmer kontert: „Es ist nicht korrekt, dass man uns mangelnde Solidarität vorwirft. Als deutlich wurde, dass uns 250 000 Euro fehlen, war klar, dass es nicht mehr für die Bundesliga reicht. Da muss man allen Mitarbeitern reinen Wein einschenken.“

Den hat nun auch Johannes Mönnich, der jetzt nach einem neuen Bundesliga-Club suchen und sein Studium neu organisieren muss. Mönnich: „Ich werde erstmal Bafög beantragen.“

Seit 2017 spielt Johannes Mönnich als Diagonalangreifer in der Volleyball-Bundesliga.
Seit 2017 spielt Johannes Mönnich als Diagonalangreifer in der Volleyball-Bundesliga.
© Foto: Ulmer