Der Ausflug zum Triathlon hat sich für Maximilian Levy schon jetzt gelohnt – und zwar unabhängig von Platzierungen und Zeiten. „Ich habe jetzt wieder richtig Lust auf den Sprint“, sagt der vierfache Radsport-Weltmeister aus Cottbus.

Bei den Deutschen Bahnmeisterschaften auf dem Velodrom in Berlin an diesem Wochenende kehrt Levy nach seinem Triathlon-­Abenteuer und einer sechsmonatigen Pause wieder in den Rennbetrieb zurück.

In den vergangenen Monaten ist Maximilian Levy zwar auch viel Rad gefahren, aber eben auch noch geschwommen und gelaufen, wie es sich für einen echten Triathleten gehört. Sportlicher Höhepunkt seines Ausfluges in das für einen Kurzzeitsportler so ungewohnte ­Metier war der Ironman in Frankfurt/Main.

Dieser Wettkampf stellte – trotz der Teilnahmen bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften – wahrscheinlich die größte Herausforderung in der sportlichen Karriere des Cottbusers dar. 3,86 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer Radfahren und dann noch ein Marathonlauf über 42,195 Kilometer lauteten die Aufgaben ausgerechnet an einem der heißesten Tage des Jahres.

Levy kämpfte sich durch und war am Ende mit sich und seinem ­Körper zufrieden, obwohl er die ­angepeilte Zeit von unter zwölf Stunden nicht ganz erreichte: „Auch wenn die Bilder beim Zieleinlauf vielleicht Schlimmes erahnen ließen – aber mir ist dieser Ironman besser bekommen als ich erwartet hatte. Nach drei, vier Tagen war der Muskelkater erledigt.“

Die von Maximilian Levy an diesem Tag verbrauchten 200 Becher mit Getränken und genauso vielen Schwämmen beim Laufen lassen die Strapazen erahnen. Seine gute Grundfitness und die Tatsache, dass sein Körper ja aus dem Radsport ja ohnehin jede Menge Stress gewöhnt ist, ließen Levy vor allem beim ­Marathon „überleben“.  „Das Laufen war eine elende ­Quälerei. Aber ich wollte unbedingt ankommen“, blickt der Cottbuser auf seine Ironman-Premiere zurück.

Nun will sich Levy zwar wieder ganz auf den Radsprint konzen­trieren – das große Ziel sind die Olympischen Spiele 2020 in Tokio. Aber der Triathlon bleibt zumindest im Hinterkopf. „Es hat wirklich Spaß gemacht.  Ich kann mir gut vorstellen, nach meiner Radsport-Karriere den Triathlon als Hobbysportler zu betreiben“, sagt der Sprinter.

Inzwischen ist Maximilian Levy wieder zurück im Radsport und hat bereits diverse Bahn-Trainingseinheiten in Cottbus und Frankfurt (Oder) in den Beinen. Der Anfang war, sagen wir mal, etwas schmerzhaft. „Nach den ersten Bahn-Einheiten hatte ich mehr Muskelkater als beim Triathlon“, schmunzelt Levy. Doch er ist zuversichtlich, in den nächsten Monaten von seinem Triathlon-Ausflug auch auf dem Rad profitieren zu können. „Ich habe wieder Lust und Motivation an dem gefunden, was ich mache. Beim Triathlon habe ich meinen Körper nochmal neu kennengelernt. Ich konnte sehr viel Kraft schöpfen, das wird mir für die Zukunft extrem helfen. Da bin ich auf einem neuen ­Level“, erzählt Levy im Interview mit der „Freien Presse“.

Auch in körperlicher Hinsicht werden die Radsport-Fans einen anderen Maximilian Levy erleben. Beim Triathlon-Training hat er insgesamt zehn Kilogramm an Körpergewicht verloren, was durchaus zu einem Problem bei einer Beschleunigungssportart wie dem Bahnrad-Sprint werden könnte. ­Einige Kilo – im Idealfall natürlich Muskelmasse – will Levy deshalb wieder draufpacken, um konkurrenzfähig wie früher zu sein. Bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin wird der Cottbuser im 1000-Meter-Zeitfahren, Teamsprint und Keirin an den Start gehen. Für die Sprint-Entscheidung am Samstag hat er übrigens nicht gemeldet, weil Tochter Tessa-Lynn an diesem Tag eingeschult wird.

Seine Erwartungen für die Titelkämpfe? Eher gering. „Für mich ist das der Einstieg ins Rennprogramm. Ich werde natürlich noch nicht ­wieder in Topform sein“, dämpft er die Erwartungen.

Dabei liegt speziell im Keirin eine Medaille für den Rückkehrer trotz der kurzen Vorbereitungszeit durchaus im Bereich des Mach­baren. Denn Levy hat bei seinem Triathlon-Abenteuer zwar einige Kilo verloren, aber ganz viel neue Motivation für den Radsport hinzugewonnen.

Der ersten Auftritt auf der Heimbahn in Cottbus ist für August geplant. Bei den „Cottbuser Nächten“ (8. bis 10. August) wird Levy einen Einladungswettbewerb für die Sprinter bestreiten: „Ich fahre immer wieder gern in Cottbus. Der Wettkampf ist eine gute Möglichkeit, um weiter auf hohem Niveau zu trainieren und wieder etwas mehr in den ,Bahn-Modus‘ zu kommen.“