Am Tag vor dem großen Finale der Champions League hielten sich beide Seiten mit Kommentaren über die Stars zurück. Nichts soll die Konzentration der Double-Gewinner aus Deutschland und Italien vor dem Griff nach dem dritten und wichtigsten Titel der Saison stören. Bei den Spielern wird das Kribbeln sowieso immer größer. “Die Anspannung ist da, die Konzentration wird von Stunde zu Stunde größer„, sagte Nationalspieler Bastian Schweinsteiger und versprach einen besonderen Auftritt. “Wir hatten einen großen Abend im Pokalfinale in Berlin. Ich denke, dass das hier ein noch größerer Abend wird.„

Während Schweinsteiger auf dem Podium von einer “gierigen„ Mannschaft sprach, lauschte Erfolgstrainer Louis van Gaal in der ersten Reihe der Pressekonferenz den Ausführungen von Schweinsteiger und seinem Kapitän Mark van Bommel. Mal mit ernster Miene, mal mit einem kurzen Lächeln - und ein lautes Lachen gab es für van Bommels Anmerkung, dass man jetzt die “Gladiolen„ gewinnen könne. Denn “Alles-oder-Nichts-Spiele„ sind im van Gaal'schen Wortschatz die Begegnungen, in denen es um den “Tod und die Gladiolen„ geht.

Egal wann und wo in dieser Saison: Die Münchner hatten immer die Nase vorne, wenn es um Alles oder Nichts ging. Noch ein letztes Mal müssen am Samstag alle Kräfte gebündelt werden. “Wir müssen uns fokussieren und konzentrieren auf dieses Spiel - und das ist jetzt viel schwieriger als für normales Spiel zum Beispiel gegen Hannover„, warnte ein “stolzer„ van Gaal. Bei ihm ist der gehandelte Rekordgehalt-Vertrag bis 2015 für den im Finale gesperrten Ribéry in den Stunden vor dem Duell gegen Inter kein Thema. Viel Fantasie benötigt man aber nicht, um sich vorzustellen, was am Sonntag bei einer Titel-Sause auf dem Marienplatz los sein würde, wenn dort “Feier-Biest„ van Gaal die nächste Performance hinlegen würde und Ribéry den Zehntausenden seinen Verbleib zurufen würde. Während die Vertragsgerüchte um den Franzosen den Bayern Rückenwind geben dürften, ist man auf Mailänder Seite ob der immer heißeren Real-Spekulationen um Mourinho angefressen. Immerhin sind bei Inter alle Spieler fit - wie auch bei den Münchnern. Nur auf den gesperrten Thiago Motta muss Mourinho verzichten.