Bayern München ließen auch die Provokation vor dem Nord-Süd-Klassiker kalt. 4:0 lautete die sportliche Antwort auf die Attacken von Werder Bremens Manager Thomas Eichin. Während der Rekordmeister mit dem 20. Sieg am 25. Spieltag der Bundesliga die Trefferausbeute auf 70 steigerte, herrscht bei den abstiegsbedrohten Clubs in der Abstiegszone eine Torflaute. Den Minusrekord von 16 Einschüssen hält weiter der HSV nach dem 0:3 in Hoffenheim. Paderborn hat nach dem 0:4 in Frankfurt eine Bilanz von 0 Punkten und 0:15-Toren aus zuletzt vier Spielen. Stuttgart ist 2015 sieglos.

"Die Aussagen sind uns Spielern eigentlich egal", sagte Bayern-Profi Thomas Müller zu dem verbalen Schlagabtausch zwischen Eichin und Bayern-Sportvorstand Matthias Sammer. "Davon lebt das Fußball-Geschäft ein bisschen." Eichin hatte den Vorwurf erhoben, der FC Bayern genieße bei den Referees einen Bonus. In der Hansestadt hätten die dominanten Münchner diesen Vorteil gegen eine harmlose Werder-Elf sowieso nicht gebraucht. Werder-Trainer Viktor Skripnik bedankte sich sogar, dass die Klatsche nicht noch schlimmer ausgefallen ist: "Wir sind stolz auf das 4:0. Nur vier Tore gegen die Bayern, das ist besser als sechs wie im Hinspiel."

Punkt gerettet

Während der FC Bayern nach der 7:0-Gala gegen Donezk mühelos in den Bundesliga-Alltag zurückfand, erhielt der FC Schalke 04 nach der Sternstunde (4:3) bei Real Madrid einen Dämpfer. "Da braucht man nicht drumherumreden. Das ist bitter", schimpfte 04-Manager Horst Heldt nach dem 2:2 bei Hertha BSC. Nach zwei Patzern von Torwart Timon Wellenreuther rettete Joel Matip noch das Remis. "Dieser Punkt kann noch entscheidend sein", fürchtet Trainer Roberto Di Matteo mit Blick auf den Kampf um einen Champions-League-Platz.

Wer bei Borussia Dortmund nach dem zuletzt gelungenen Aufstieg ins Tabellen-Mittelfeld von einem Europacupplatz geträumt hat, wurde durch die triste Nullnummer gegen den 1. FC Köln ernüchtert. "Wenn das Spiel für etwas gut war, dann dafür, dass wir gesehen haben, wie es nicht geht", meinte BVB-Coach Jürgen Klopp. Bei einer ähnlich schwachen Darbietung am Mittwoch gegen Juventus Turin droht das Aus in der "Königsklasse".

Einen Rückschlag im Europacup-Rennen erlitt auch der FC Augsburg. Die Fußball-Überflieger verloren mit 0:2 gegen den FSV Mainz 05. "Uns hat noch nie etwas umgeworfen", betonte FC-Verteidiger Jan-Ingwer Callsen Bracker. "Ich bin überzeugt, dass wir wieder unsere Punkte holen", ergänzte Spielerkollege Halil Altintop zuversichtlich.

Acht Tage nach dem 0:1 von Augsburg demonstrierte der VfL Wolfsburg beim 3:0 gegen den Tabellenvorletzten SC Freiburg erneut seine Heimstärke. Der Erfolg, den am Sonntag Kevin De Bruyne, Ricardo Rodriguez und Maximilian Arnold sicherstellten, war der elfte der zweitplatzierten Wolfsburger vor ihrem Publikum.

Dagegen geht es beim SC Paderborn, dem Hamburger SV und besonders beim Schlusslicht VfB Stuttgart nur noch darum, genug Zähler im Kampf gegen den Abstieg zu holen. "Es ist alles andere als aussichtslos", sagte VfB-Sportvorstand Robin Dutt. Trotz des 0:4 bei Bayer Leverkusen und dem neunten Spiel ohne Sieg hält er weiter an Trainer Huub Stevens fest. "Wenn ich ein Glücksspieler wäre, würde ich vielleicht andere Maßnahmen ergreifen." Nach sachlicher Analyse gebe es aber keinen Grund für einen Rauswurf.

Wie ein Absteiger

Alles andere als sachlich reagierte André Breitenreiter nach dem 0:4 des SC Paderborn bei Eintracht Frankfurt. "Wir haben heute gespielt wie ein Absteiger. Da brauchen wir nichts schönreden", wetterte er erbost. Diese Leistung hätte nichts mehr mit der Bundesliga zu tun. Gleiches konnte man auch über die HSV-Darbietung beim 0:3 bei 1899 Hoffenheim sagen. Sportdirektor Peter Knäbel formulierte seine Kritik nach dem 14. Spiel ohne eigenen Treffer aber moderat: "Da geht man natürlich enttäuscht raus. Die Situation ist nach wie vor nicht gut."