Mit den beiden Heimrennen im Rahmen der U 23-Bundesliga (siehe Infobox) geht Nikias Arndt aus dem LKT Team Brandenburg am Wochenende das Projekt Titelverteidigung an. Im Vorjahr sicherte sich der 20-Jährige überlegen den Gesamtsieg. Beim Auftakt-Wettbewerb am vergangenen Wochenende in Cadolzburg fehlte der gebürtiger Buchholzer noch, um nach einer kurzen Auszeit nach der Bahn-WM in Melbourne wieder in Fahrt zu kommen.

In Australien konnte Arndt Anfang April seine kleine Olympia-Chance für London nicht nutzen. Die Teilnahme mit dem ehemaligen Flaggschiff Bahnvierer war schon vor der WM verpasst. Im Omnium verfehlte Arndt dann eine Bestätigung seiner guten Vorstellung beim Weltcup Peking (Platz drei). Nach Platz 14 war der Weg nach London für seinen Cottbuser Trainingspartner Roger Kluge frei. "Die Enttäuschung hielt sich in Grenzen. Ich bin jung und habe noch Zeit", sagt Arndt. "Ich hatte nicht die Form wie beim Weltcup in Peking. Es hat hier halt nicht gepasst."

Fortan gilt Arndts Konzentration vollends der Straße. In seiner dritten Saison für das LKT Team Brandenburg will er sich in dieser Saison mit guten Leistungen für höhere Aufgaben empfehlen. Eine gute U 23-Saison und eine starke WM könnten den Weg in die Profi-Szene ebenen - Anfragen hat es schon gegeben. "Ich denke, ich bin soweit. Ich werde Ende der Saison LKT verlassen, behalte aber meinen Lebensmittelpunkt in Cottbus", kündigt Arndt an. Noch sei nichts entschieden, ein Vertrag beim niederländischen Team Argos-Shimano ein Gerücht. Seitdem erste Angebote eintrudelten, lässt sich der Cottbuser, der 2005 von Hamburg an die Sportschule nach Cottbus gewechselt war, vom Ex-Jan-Ullrich-Manager Wolfgang Strohband beraten, den er aus Hamburger Zeiten kennt.

Deutsche Rekorde als Ziel

Neben dem Vorantreiben der Profi-Karriere will Arndt aber auch der Bahn die Treue halten. Trotz verpasster Olympia-Qualifikation hat er schließlich mehrfach seine Leistungsfähigkeit nachgewiesen: In dieser Saison fuhr er neben Platz drei im Omnium beim Weltcup in Peking auch beim Weltcup in Astana zweimal als Dritter in Einerverfolgung und Scratch auf das Podium. "Ich denke, mit der Bilanz kann ich zufrieden sein", schaut Arndt trotz verpatzter WM zufrieden zurück und formulierte anspruchsvolle und ehrgeizige Ziele für die Zukunft. "Ich möchte auf jeden Fall mit dem Vierer einmal unter vier Minuten fahren."

Und auch der Uralt-Rekord von Robert Bartko in der 4000-Meter-Einerverfolgung sind ein Ziel. Noch trennen den Cottbuser (Bestzeit: 4:23,091) gut fünf Sekunden von der 13 Jahre alten Bestmarke des Potsdamers. Für Bundestrainer Sven Meyer ist das klare Bahn-Bekenntnis Arndts jedenfalls ein für die Zukunft ermutigendes Signal: "Wir müssen den Weg mit jungen Sportlern wie Nikias weitergehen. Nur so können wir den Anschluss zur Weltspitze wieder herstellen."

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Spremberg ist am Samstag zum ersten Mal Austragungsort eines Rennens der Rad-Bundesliga sowohl der Männer Elite U 23 als auch der Frauen Elite. Start und Ziel befinden sich in der Drebkauer Straße in Höhe des Autohauses Neumann. Den Auftakt machen die Frauen um 13.30 Uhr. Am Sonntag folgen die Straßen-Rennen mit Start und Ziel in der Cottbuser Hegelstraße. Die Frauen (Start: 9.20 Uhr) fahren 137 km, die Männer U 23 (Start: 11 Uhr), 183 Kilometer. Am Start sind 16 Männer- und 14 Frauenmannschaften mit zahlreichen Nationalmannschaftskadern.