Dabei hatte Klopp gar nicht so viel zum Sieg beitragen können - er hatte auch kaum etwas gesehen. Die Entscheidung im Elfmeterschießen verfolgte er sitzend, sein Blick ging Richtung Zuschauer. "Die Leute in der ersten Reihe haben gemeint, sie würden nichts sehen, weil ich so groß bin. Deswegen habe ich auf einem Stuhl gesessen. Aber wenn ich ehrlich bin, hat es sich gut angefühlt, nur den Fans entgegenzublicken. Am Ende haben wir gewonnen, ohne dass ich es gesehen habe - und das ist gut so", sagte Klopp.

Am 28. Februar kehrt der frühere Dortmunder Meistertrainer damit im Finale nach Wembley zurück. Dorthin, wo er 2013 mit dem BVB unglücklich das Champions-League-Finale gegen den FC Bayern München verloren hatte. "Wembley ist ein cooler Ort, um Fußball zu spielen", sagte Klopp. "Aber wir fahren dahin, um zu gewinnen. Es macht nicht so viel Spaß, dort zu verlieren."

Liverpools Gegner wurde am Mittwochabend im Spiel zwischen Manchester City und dem FC Everton ermittelt. Mit einem Sieg im Finale wären die Reds für die Europa League qualifiziert.

Bevor Klopp jubeln durfte, musste er lange zittern. Erst der Waliser Joe Allen brachte den achtmaligen Ligapokalsieger mit dem 14. Elfmeter nach Wembley. Dabei herrschte vor der Ausführung Verwirrung. "Es war ein wenig konfus vorher", teilte Allen mit. "Deswegen habe ich mir einfach den Ball geschnappt und mir eine Ecke ausgesucht. Der Rest ist Geschichte." Während Keeper Simon Mignolet die Versuche der Stoke-Spieler Peter Crouch und Marc Muniesa abwehrte, scheiterte nur ein Liverpool-Profi vom Punkt: der deutsche Nationalspieler Emre Can.

Neun Tage nach der Pleite gegen ManUnited hat Klopp mit seinem Team an der Anfield Road für ein Highlight gesorgt. "Klopp hatte seinen großen Anfield-Moment", schrieb das "Liverpool Echo": "Nur 111 Tage nach seiner Anstellung führte er den Club in ein großes Finale."