Spieltag der Vorsaison, als der BVB dem Rivalen mit dem 2:0-Sieg in Dortmund den Weg zum Titel verbaute, am Samstag zu vermeiden, hatten sich die Verantwortlichen beider Vereine am 2. August in Unna auf eine gemeinsame Linie eingeschworen. In einer Presseerklärung versicherten Schalke und der BVB, sich "in Zukunft enger abzustimmen, um ein besseres Verhältnis zwischen den Clubs zu schaffen".
Beim Friedensgipfel in Unna war Schalke durch den Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies und den neuen Präsidenten Josef Schnusenberg vertreten. Der BVB wurde repräsentiert von Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Präsident Reinhard Rau ball, der inzwischen auch Ligaverbandspräsident ist. "Das Verhältnis zwischen Schalke und Dortmund lebt von einer gesunden Rivalität. In den letzten Wochen haben beide Seiten aber etwas überreagiert, die Situation hatte sich emotional hochgeschaukelt", sagte Tönnies nach dem Versöhnungsgespräch.
Dass es - wie von Rauball angekündigt - gelingt, auf Fans und Fan-Organisationen einzuwirken, um den fairen Verlauf des Derbys zu gewährleisten, darf jedoch angezweifelt werden. Der Hohn und Spott des BVB, denen Provokationen und verbale Entgleisungen auf Schalker Seite folgten - das alles ist nicht vergessen und wird nun hochgekocht. "Es kotzt mich noch immer an, dass uns ausgerechnet die Dortmunder den Titel verdorben haben." Mit diesen Worten wird Schalkes Stürmer Kevin Kuranyi in der "Sport-Bild" zitiert. Das Team hege Revanchegelüste. "Wir werden uns gegen jeden Spieler, der damals über uns gelacht hat, doppelt reinhängen." (dpa/noc)