Wenn im August in Weißwasser die Vorbereitung auf die neue Eishockey-Saison startet, dann wird Sebastian Klenner fehlen. Ein ungewohntes Gefühl - für beide Seiten. Denn Klenner gehörte in den vergangenen Jahren einfach zu den Lausitzer Füchsen. Und die Lausitzer Füchse gehörten zum Leben von Sebastian Klenner. Doch jetzt ist Schluss. "Seppi", wie der Verteidiger genannt wird, sagt nach insgesamt 21 Jahren Profi-Eishockey nun Servus.

Mit 37 Jahren legt Klenner den Schläger aus der Hand - und zwar endgültig. "Ich denke, es ist der richtige Zeitpunkt. Ich hatte zum Ende meiner Karriere noch einmal eine schöne Zeit bei den Füchsen. Und ich wollte unbedingt noch in der neuen Eisarena spielen", sagt der gebürtige Weißwasseraner.

Mit der Premierensaison in der neuen Halle schließt sich für Klenner der Kreis einer langen und erfolgreichen Karriere, die im Jahr 1993 als Jungprofi bei den Lausitzer Füchsen begann. Vier Jahre später verließ der Verteidiger dann Weißwasser. "Eine Entscheidung, die ich im Rückblick nie bereut habe. Denn ich habe viele Erfahrungen gesammelt", sagt Klenner. Bei den Stationen in Duisburg und Iserlohn muss er erstmals auf eigenen Beinen stehen. Vor allem in Iserlohn legt er unter dem damaligen Trainer Greg Poss die Grundlage für seine spätere DEL-Karriere, die in Oberhausen bei den Revier Löwen startet.

In der Spielzeit 2003/2004 wird der Weißwasseraner mit den Frankfurt Lions dann deutscher Meister. Drei Jahre bleibt Klenner in Hessen und erreicht dort den Zenit seiner Karriere.

Es folgte die "Sachsentour", wie Klenner schmunzelnd seine Gastspiele bei den drei sächsischen Zweitligisten beschreibt: Dresden, Crimmitschau und seit 2008 wieder Weißwasser. Im Fuchsbau übernimmt er als Kapitän viel Verantwortung, ist Führungsspieler. "Ich bin den Füchsen wirklich dankbar, dass ich hier noch sechs, vor allem sehr schöne Jahre erleben durfte", betont Klenner.

Das Ende der Karriere ist für ihn ohnehin ein Moment, um Dankeschön zu sagen. Im Fall von Klenner ist es neben den Füchsen, den Fans und dem gesamten Vereinsumfeld vor allem die Familie. "Meine Eltern, meine Schwiegereltern und insbesondere meine Frau haben mich immer unterstützt und dafür gesorgt, dass ich mich aufs Eishockey spielen konzentrieren konnte."

Nun freut sich Sebastian Klenner auf den neuen Lebensabschnitt. Erstmals seit 21 Jahren muss er keine schweißtreibende Sommer vor bereitung absolvieren. Und auch die Pendelei ist erst einmal vorbei. Mit seiner Ehefrau und den Kindern Lina-Charlott (13) und William (1) lebt Klenner in Dresden. Zum Training und zu den Spielen düste er immer mit dem Auto nach Weißwasser.

Die Familie wird auch in der sächsischen Landeshauptstadt bleiben - vorerst. Denn das Haus in Weißwasser wird im Moment gebaut. Doch der Umzug ist noch Zukunftsmusik. Klenner will sich jetzt vor allem um die Familie kümmern. Und er will ab Herbst studieren. Was, das ist noch geheim, weil die Zulassung noch nicht da ist.

Ein Fernstudium als Sport-Fachwirt hat er bereits abgeschlossen. "Ich starte jetzt in meine zweite Karriere", fasst Sebastian Klenner seine Pläne in der Sportsprache zusammen .