Mario Gomez ist zurück in der Bundesliga und schürt große Hoffnungen bei seinem neuen Club. Bei der Vorstellung seines "Signal-Transfers" grinste Wolfsburg-Sportchef Klaus Allofs am Donnerstag über beide Ohren. "Natürlich ist das ein Signal nach außen, aber nach innen ist es das viel größere Signal."

Immer wieder hatten etliche VfL-Spieler wie Luiz Gustavo oder Julian Draxler zuletzt damit kokettiert, den Vorjahresachten der Bundesliga verlassen zu wollen. Allofs machte daher keinen Hehl daraus, die Gomez-Verpflichtung auch als Signal an die Mannschaft zu verstehen. "Als Julian von dem Wechsel gehört hat, hatte er direkt ein Leuchten in den Augen", berichtete Allofs. Gomez nahm dies mit Humor. "Ich muss jetzt dafür sorgen, dass einer der besten deutschen Spieler bei Laune gehalten wird. Auch dafür bin ich da", witzelte er.

Für den VfL, der in dieser Saison international nicht vertreten sein wird, ist die Verpflichtung des 31 Jahre alten Nationalspielers vom AC Florenz (war zuletzt an Besiktas Istanbul ausgeliehen) wie ein Befreiungsschlag. "Ich bin seit dreieinhalb Jahren hier und das Stürmerthema hat uns immer begleitet", sagte Trainer Dieter Hecking. Gomez bringt die Referenz von 138 Toren in 236 Bundesliga-Spielen mit.

Zum Saisonstart muss Hecking aber noch auf seine prominente Neuerwerbung verzichten. Nach seiner Oberschenkelverletzung bei der EM soll der Nationalspieler laut Hecking frühestens am 10. September gegen den 1. FC Köln (2. Spieltag) debütieren.

Die Ziele sind dennoch klar. "Wir wollen angreifen und die Mannschaften, die vor uns waren, unter Druck setzen", so Hecking. Gomez unterschrieb zwar einen Dreijahresvertrag, dieser dürfte aber nach nur einem Jahr wieder obsolet sein, sollte der VfL die Europapokalplätze erneut verpassen. "Wenn Europa nicht erreicht wird, werden wir uns zusammensetzen", sagte Gomez, fügte aber eilig hinzu: "In meinem Alter träume ich nicht mehr von einer Karriere bei einem internationalen Topclub. Ich will, dass wir mega-erfolgreich sind. Wir haben das Potenzial, ganz vorne mitzuspielen."