Großer Jubel im großen Olympiastadion: Der 1. FC Union Berlin hat sich den ersten Sieg in der Gruppenphase der Conference League geholt und ist damit endgültig in diesem europäischen Fußball-Wettbewerb angekommen. Die Eisernen setzten sich am Donnerstagabend trotz zahlreicher Umstellungen im Team gegen den israelischen Meister Maccabi Haifa mit 3:0 (1:0) durch.
Durch diesen Heimsieg hat Union Berlin nun wieder beste Chancen auf einen der ersten beiden Plätze in der Gruppe E. Am 1. Spieltag hatte die Mannschaft von Trainer Urs Fischer eine 1:3-Niederlage bei Slavia Prag kassiert.
„Wir haben die ersten 15 Minuten gebraucht, um eine gewisse Nervosität abzulegen. Danach hat die Mannschaft das sehr gut gespielt“, sagte Union-Trainer Urs Fischer. Andreas Voglsammer schoss die Gastgeber gegen Maccabi Haifa in der 33. Minute in Führung. Unmittelbar nach dem Wechsel erhöhte Kevin Behrens auf 2:0 (48.). Der eingewechselte Taiwo Awoniyi sorgte vor 23 342 Zuschauern für den 3:0-Endstand (76.). „Wir haben es gut gemacht und souverän angenommen. Haifa war sicher nicht ganz so stark wie Prag im ersten Spiel“, meinte Kevin Behrens.
Europapokal am Donnerstagabend – daran muss sich Union Berlin auch in personeller Hinsicht erst einmal gewöhnen. Zumal speziell die Besetzung der Abwehrformation Trainer Urs Fischer im Moment große Sorgen bereitet. Mit Robin Knoche und Marvin Friedrich stehen ihm derzeit nur zwei Stammkräfte für die Dreierkette zur Verfügung, mit der sich das Team am wohlsten fühlt. Timo Baumgartl fällt wegen Gehirnerschütterung weiter aus. Paul Jaeckel fehlte aufgrund seiner Sperre aus dem Spiel gegen Slavia Prag, als der gebürtige Eisenhüttenstädter und Ex-Cottbuser mit Gelb-Rot schon in der 1. Halbzeit vom Platz musste.

Umstellungen bei Union Berlin

Deshalb stellte Urs Fischer kurzerhand um – und zwar gravierend. Die Umstellung von der Dreier- auf eine Viererkette nahm sich dabei fast noch wie eine kleine Schönheits-Operation aus. Denn Fischer holte das ganz große Besteck hervor und ließ kräftig rotieren. Im Tor stand diesmal Ersatzmann Frederik Rönnow anstelle von Andreas Luthe. Auch das etatmäßige Sturmduo mit Offensivstar Max Kruse und Taiwo Awoniyi fand sich zunächst auf der Bank wieder. Dafür rückte der zuletzt als Joker überzeugende Stürmer Kevin Behrens wie erwartet in die Startelf als eine von insgesamt fünf Änderungen im Vergleich zum Bundesliga-Spiel gegen Arminia Bielefeld.
„Wir wollen nicht nur mit dem Namen, sondern auch mit Punkten in der Tabelle erscheinen. Wenn du dich auf den ersten beiden Plätzen positionieren willst, brauchst du Punkte“, hatte Trainer Urs Fischer im Vorfeld betont.

Union Berlin siegt im Olympiastadion

Union Berlin rotierte immer wieder vor allem über die rechte Angriffsseite in dieses Spiel. Kapitän Christopher Trimmel und Sheraldo Becker stellten die Abwehr der Gäste ein ums andere Mal vor Probleme. Auch das 1:0 durch Andreas Voglsammer (33.) hatte seinen Ursprung auf dieser Seite. Behrens sicherte sich den zweiten Ball, zog energisch zur Grundlinie und bediente dann Voglsammer im Zentrum, der den Ball mit aller Macht über die Torlinie beförderte. Es war ein Treffer des Willens und nicht unbedingt der der spielerischen Finesse.
Und auch Tor Nummer zwei entstand auf rechts. Trimmel zirkelte einen Freistoß exakt auf den Kopf von Behrens, der direkt nach Wiederbeginn zum 2:0 traf (47.) und schon zu diesem Zeitpunkt sämtliche Zweifel am Heimsieg der Eisernen beseitigte.
Es war der zweite rot-weiße Europapokal-Abend in Berlin-Charlottenburg nach der Premiere beim Playoff-Spiel gegen Kuopion PS aus Finnland vor vier Wochen. Die Eisernen müssen im Olympiastadion von Hertha BSC spielen, weil das heimische Stadion An der Alten Försterei nicht über die von der UEFA geforderten 8000 Sitzplätze verfügt.
Am Sonntag geht es für Union Berlin mit dem FSV Mainz 05 weiter (Beginn um 15.30 Uhr). Die nächste Aufgabe in der Conference League wartet am 25. Oktober. Die Eisernen gastieren dann beim Gruppen-Favoriten Feyenoord Rotterdam (18.45 Uhr).
Trainer Union Berlin hatte vor dem Spiel gegen Maccabi Haifa betont: "Wenn du dich auf den ersten beiden Plätzen positionieren willst, brauchst du Punkte."
Trainer Union Berlin hatte vor dem Spiel gegen Maccabi Haifa betont: „Wenn du dich auf den ersten beiden Plätzen positionieren willst, brauchst du Punkte.“
© Foto: Andreas Gora