Jedoch wollen die Veranstalter selber wie auch die Chemnitzer Stadtmarketinggesellschaft noch über Rettungsmöglichkeiten nachdenken. Die designierte Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD) äußerte Hoffnung auf Fortsetzung der international bedeutsamen Veranstaltung, wenn sich genügend Partner und Mitstreiter fänden.
„Gott sei dank ist die schwarze Fahne noch nicht gehisst worden“ , sagte Ludwig. Sie hoffe, dass es nächstes Jahr ein zehntes Festival gäbe. Sie setze auf die Solidarität aller, die Splash! wirklich wollten.

Im Schlamm versunken
Die neunte Auflage des Traditionstreffens der europäischen Hip-Hop- und Reggaeszene war vom 4. bis 6. August regelrecht in Regen und Schlamm versunken. Die Aufräumarbeiten am Stausee Oberrabenstein dauern voraussichtlich noch mindestens zehn Tage. Nach Rosners Worten haben zwei Jahre hintereinander extremer Niederschlag während des Festivals den Veranstaltern das Genick gebrochen. Diesmal traf die Regenfront genau zum Beginn der Eröffnungspressekonferenz ein, dafür blieben rund 5000 der erhofften 25 000 Besucher fern. Entgangenen Einnahmen stehen Mehraufwendungen für die Schlechtwettervariante in Höhe von rund 100 000 Euro gegenüber, wie Rosner sagte. Dabei hatte man schon aus dem Vorjahr gelernt und mit 5500 Quadratmetern Wegeplatten vorgesorgt.
Insgesamt sei die fünfköpfige Firma noch überm Kassensturz. Doch werde sich der Verlust etwa in Höhe eines mittleren sechsstelligen Betrages bewegen. Gleichzeitig sei überlegt worden, wie Splash! doch noch zu retten sei. Schließlich komme der Tag X, an dem die AG ihre Rechnungen bezahlt haben müsste. Auf einen Spendenaufruf im Internet habe es schon guten Zuspruch gegeben. Einige Künstler hätten teilweise auf Gagen verzichtet, an der Veranstaltung beteiligte Firmen hätten Preisnachlässe eingeräumt, Fans hätten sich freiwillig zu Aufräumarbeiten gemeldet.

Benefizkonzert geplant
Auch sei im November ein Benefizkonzert in der Chemnitz Arena mit der Robert-Schumann-Philharmonie und verschiedenen Künstlern geplant. Immerhin hatte das Experiment „Splash! meets Classic“ mit dem Sinfonieorchester und Deutschlands besten Rappern zum Abschluss des diesjährigen Festivals noch einmal 15 000 Unentwegte an den Stausee gelockt. „Ohne Splash! stände die europäische Fangemeinde künftig im Regen. Es gibt nichts Vergleichbares!“ , betonte Rosner. Außerdem verwies er auf eine Marketingstudie der Technischen Universität Chemnitz, wonach durchschnittlich 66 Vollzeitarbeitsplätze in der Region durch das Hip-Hop-Event gesichert würden. Deshalb wolle man es auch als Wirtschaftsfaktor erhalten.
„Mit unserem Engagement in diesem Jahr haben wir gezeigt, dass uns das Festival am Herzen liegt“ , ließ Stadtmarketingchef Ulrich Geissler am Dienstag aus dem Urlaub wissen, nachdem er von den Problemen erfahren hatte. Im September werde man sich mit den Veranstaltern zusammensetzen, über Zahlen reden und sehen, was zu tun ist.
Die Stadt Chemnitz hatte sich nach längeren Querelen im vergangenen Jahr mit einem Stadtratsbeschluss zu Splash! bekannt, indem die Miete für das Stauseeglände für die nächsten fünf Jahre festgeschrieben wurde. In diesem Jahr bemühte sich das Stadtmarketing mit einem zusätzlichen Kultur- und Tourismusangebot intensiv um die Tausenden Besucher, die aus aller Welt nach Chemnitz kamen.