Am heutigen Samstag wird der Sozialdemokrat 70 Jahre alt. Seit der Bundestagswahl 2009 lebt er als Privatmann in seiner Heimatstadt Kassel.

Dort begann auch die politische Karriere des ehemaligen Studienrats. Mit 33 Jahren wurde er 1975 der jüngste Oberbürgermeister einer Großstadt in Deutschland. Und er war wenige Jahre später auch der Erste, der eine rot-grüne Koalition in einer Stadt mit mehr als 100 000 Einwohnern salonfähig machte.

Bewegt hat er auch einiges auf Landesebene. Der als bedächtig geltende Eichel, dem viele den Charme eines Bezirksleiters einer Krankenkasse nachsagten, schaffte es 1991, in Hessen die CDU/FDP-Koalition unter Ministerpräsident Walter Wallmann aus dem Amt zu kicken. Es folgten einige Erschütterungen in der Regierung: Minister-Rücktritte und deshalb nötige Kabinettsumbildungen. Bei seiner Wiederwahl 1995 verlor Eichels SPD die Position als stärkste Fraktion wieder. Ein Plus der Grünen ermöglichte aber vier Jahre weitere Regierungszeit für Rot-Grün.

1999 endete mit der rot-grünen Mehrheit in Wiesbaden auch die landespolitische Karriere des Hans Eichel.

Eichel war dann wieder „Hans im Glück“: Er wechselte in die Bundespolitik und wurde als Nachfolger von Oskar Lafontaine Bundesfinanzminister. In dieser Position machte sich der Nordhesse nicht nur Freunde: Er drückte einen harten Sparkurs durch und war dann der „Spar-Hans“. Aber: „Sparen ist nichts Schlechtes, wenn man es richtig macht“, sagte er einmal.

Fünf Jahre später musste Eichel in der neuen Regierung unter Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) seinem Parteikollegen Peer Steinbrück Platz machen. Bis zum Jahr 2009 blieb er als einfacher Bundestagsabgeordneter in Berlin.

Hans Eichel ist zum zweiten Mal verheiratet und hat aus erster Ehe einen Sohn und eine Tochter.