Am Sonntagnachmittag traf es erneut das Grenzdorf Akçakale, wo wenige Tage zuvor fünf Menschen bei einem Angriff getötet worden waren. Diesmal blieb es bei Schachschäden. Die Armee des Nato-Mitglieds feuerte zurück.

Die internationalen Partner sind besorgt. US-Verteidigungsminister Leon Panetta sagte nach Angaben des US-Sender CNN, die jüngsten Artillerieduelle gäben "Anlass zu zusätzlicher Sorge, dass sich dieser Konflikt ausweitet".

Offiziell wollen die türkischen Behörden den Beschuss nicht als direkten Angriff auf ihr Land werten. Dennoch warnte Außenminister Ahmet Davutoglu: "Jeder künftige Angriff auf die Türkei - von woher auch immer - wird zum Schweigen gebracht."

Drei aus Syrien abgefeuerte Mörsergranaten warenam Samstag in den Feldern um das türkische Dorf Güveççi detoniert, nur 50 Meter von der Grenze entfernt. Wie die türkische Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, wurde niemand verletzt. Das türkische Militär habe das Feuer erwidert. Am Sonntag wurde in Akçakale eine landwirtschaftliche Lagerhalle beschädigt, als in der Nähe eine Granate einschlug. Wieder schoss die türkische Armee zurück.

Indes gingen auf syrischer Seite die heftigen Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Rebellen weiter - kaum zwei Kilometer von der Ortschaft Güveççi entfernt. Am Sonntagabend detonierte Medienberichten zufolge im Zentrum von Damaskus eine Bombe. Der in einem Auto versteckte Sprengsatz sei in der Nähe des Polizeihauptquartiers hochgegangen, hieß es beim arabischen Nachrichtensender Al-Dschasira unter Berufung auf das syrische Staatsfernsehen.

Zehn europäische und afrikanische Mittelmeerstaaten forderten einen Regimewechsel in Syrien. Die Lage sei nicht länger hinnehmbar, hieß es in einer Erklärung der "5+5-Konferenz" in Malta. Die Gruppe vereint die Länder Algerien, Libyen, Marokko, Mauretanien und Tunesien sowie Spanien, Frankreich, Italien, Malta und Portugal..