Die Agenturen berichteten weiter unter Berufung auf die russischen Behörden, dass inzwischen alle 96 Todesopfer geborgen wurden. Nach dem bisherigen Erkenntnisstand sei das Flugzeug 300 Meter von der Landebahn entfernt abgestürzt. Von Seiten der russischen Behörden wurde am Samstag ein Fehler des Piloten der polnischen Präsidentenmaschine für die Katastrophe verantwortlich gemacht. Technisch sei die Tupolew Tu-154 in einem einwandfreien Zustand gewesen. Der stellvertretende Generalstabschef der russischen Luftwaffe, Alexander Aljoschin, sagte im Fernsehen, die Piloten der Maschine hätten die Anweisungen der Fluglotsen missachtet. "Auf eine Entfernung von anderthalb Kilometern haben die Fluglotsen bemerkt, dass die Besatzung die Landegeschwindigkeit erhöhte und damit begann, die Höhe stärker zu reduzieren, als es die Landekurve vorsah", sagte Aljoschin. "Der Fluglotse hat die Maschine angewiesen, horizontal weiterzufliegen, und als die Besatzung dem nicht folgte, hat er den Flugkapitän mehrfach aufgefordert, einen anderen Flughafen anzusteuern. Dennoch haben die Piloten die Landung fortgesetzt." Ein Vertreter der weißrussischen Luftfahrtbehörde sagte laut Interfax, die weißrussischen Fluglotsen seien von ihren russischen Kollegen gebeten worden, die Präsidentenmaschine vor dem Verlassen ihres Luftraums darüber zu informieren, dass die Wetterbedingungen für eine Landung in Smolensk ungünstig seien. Dies hätten die Fluglotsen weitergegeben. Der Pilot habe sich jedoch entschieden, seinen Kurs auf Smolensk zu halten. Laut Interfax stürzte die Maschine beim vierten Landeversuch ab. Nach Angaben der örtlichen Behörden hatte ein anderes Flugzeug zuvor auf eine Landung in Smolensk wegen des schlechten Wetters mit dichtem Nebel verzichtet und war wieder umgekehrt. Die beiden Flugschreiber der Unglücksmaschine wurden bereits gefunden und werden gemeinsam von polnischen und russischen Experten ausgewertet . dpa/roe