Wie aus Kirchenkreisen zu erfahren war, habe der zu Verschwiegenheit verpflichtete Bischofswahlausschuss der Landeskirche, der gemäß den kirchlichen Ordnungen für die Findung geeigneter Kandidaten zuständig ist, bereits getagt.
Und hinter den Kulissen der größten ostdeutschen Landeskirche wird bereits kräftig über mögliche Kandidaten spekuliert. So werden etwa die aus Berlin stammende Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentags, Ellen Ueberschär, und der Präsident der Humboldt-Universität, der Theologe Christoph Markschies, als mögliche Kandidaten gehandelt. Die Bischofswahl soll im kommenden Jahr auf einer Sondertagung der Landessynode stattfinden, deren Termin bislang nicht festgesetzt ist.
Eine Wahl Ueberschärs, die vor ihrer Tätigkeit beim alle zwei Jahre stattfindenden Protestantentreffen für zwei Legislaturperioden Mitglied der Landessynode der EKBO war und die Landeskirche in der EKD-Synode vertrat, würde die Tradition des Kirchentags als "protestantischer Kaderschmiede" fortsetzen. Auch Hannovers Bischöfin Margot Käßmann und die Berliner Pröpstin Friederike von Kirchbach waren in der Vergangenheit Generalsekretärinnen des Kirchentags, während Huber selbst als Präsident des Protestantentreffens amtierte. Zuletzt wurde der zum Vorstand des Kirchentags zählende Pastor Jan Janssen im Sommer Bischof der Oldenburger Landeskirche.
Der Theologe Markschies gilt hingegen als wichtiger Repräsentant der evangelischen Kirche an der Schnittstelle von Politik, Kirche und Wissenschaft. Zuletzt wirkte er an einer EKD-Handreichung zur Taufe mit, die im Sommer von ihm und Huber der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Sprecher des Kirchentags und der Evangelischen Landeskirche wollten keine Stellungnahme zu den Spekulationen abgeben.