Unerwartet spektakulär verlief das Aufleben der Friedensbewegung in jenen Ländern, deren Regierungen zu den engsten Verbündeten der USA zählen, unter ihnen Spanien, Italien, Großbritannien und Australien.
Die Demonstranten in Rom richteten sich in Ansprachen und auf Spruchbändern auch gegen Ministerpräsident Silvio Berlusconi.
In Madrid gingen zwei Millionen Kriegsgegner auf die Straße. Sie riefen Parolen wie "Nein zum Krieg". In ganz Spanien demonstrierten nach Angaben der Veranstalter fünf Millionen Menschen, die Polizei sprach von drei Millionen.
In mehreren australischen Städten gingen gestern laut Veranstaltern erneut 400 000 Menschen gegen einen Irak-Krieg auf die Straße.
Die Kundgebung in London war die größte in der britischen Hauptstadt seit dem Zweiten Weltkrieg. Die Polizei zählte 750 000 Teilnehmer. Der britische Premierminister Tony Blair kommentierte den friedlichen Aufmarsch der Kriegsgegner mit den Worten: "Selbst wenn hier 500 000 Menschen marschieren, ist das immer noch weniger als die Zahl der Toten, für die Saddam verantwortlich ist."
Auch in den USA gingen mehrere hunderttausend Menschen auf die Straße. In der Nähe des UN-Hauptquartiers in New York fanden sich nach Angaben der Veranstalter bis zu 250 000 Demonstranten ein, unter ihnen auch Familien der Opfer vom 11. Septem-ber. Mehrere Spruchbänder zierten Danksagungen an Deutschland und Frankreich für ihren Widerstand gegen eine militärische Lösung der Krise.
Die irakischen Staatsmedien bewerteten die Kundgebungen als Sieg Iraks gegen die Vereinigten Staaten. "Mit ihren Slogans und ihrer Zielsetzung haben diese Kundgebungen den Sieg Iraks und die Isolation der USA deutlich gemacht", hieß es auf der Titelseite der Regierungszeitung "El Dschumhurija". (dpa/kr)