Brandenburgs Teichwirtschaften fordern eine stärkere Unterstützung des Landes im Kampf gegen fischfressende Raubtiere. "Von 100 Stück Karpfenbrut bringen wir nur noch zwei oder drei Tiere durch", sagte Geschäftsführer Gerd Michaelis von der Peitzer Teichgut GmbH bei einer Anhörung im Landtagsausschuss.

Kormorane, Graureiher und neuerdings auch Silberreiher würden den Fischern das Leben schwermachen. "Mittlerweile läuft der Silberreiher sogar dem Kormoran den Rang ab", sagte Michaelis. "Dabei bereitet uns die Artenvielfalt keine Probleme, falsch verstandener Artenschutz indes schon." Seitens der Naturschutzbehörden werde "negiert, dass eigentlich der Teichwirt mit seiner täglichen Arbeit für das Fortbestehen der Biotope verantwortlich ist, und dass diese verschwinden, sobald der Teichwirt sein Ölzeug an den Nagel hängt." Wenn die Politik nicht aufpasse, werde es in Brandenburg ein schleichendes Verschwinden der Karpfenteichwirtschaft geben. "Ohne entsprechende Rahmenbedingungen sind die Teichwirtschaften perspektivisch nicht zu halten." Das Verhalten des zuständigen Ministeriums sei derzeit "beschämend".

Der Geschäftsführer des Landesfischereiverbands, Lars Dettmann, erinnerte daran, dass schon 2011 auf Antrag der FDP eine Anhörung zur Situation der Fischwirtschaft im Landtag stattfand. Seitdem habe sich nicht viel getan. Es sei eine bittere Pille für die Fischer, dass der Landtag einen Antrag der CDU auf einen Schadensausgleichsfonds für Schäden durch Wildtiere abgelehnt habe.

Ihm sei das Beispiel einer Teichwirtschaft bekannt, wo ein Energieversorger in Zusammenarbeit mit den Naturschutzbehörden rund um die Teiche Nisthilfen für Fischadler installiert habe und dies als Beispiel für Naturschutz feierte. An Flüssen und Seen gebe es Probleme, weil Fischer vor lauter Bootsstegen kaum noch Reusen aufstellen könnten. Führerscheinfreie Mietboote würden Netze zerstören. "Schutz und Nutzung laufen parallel in derselben Landschaft ab", sagte Dettmann. "Wir müssen miteinander und nicht nebeneinander agieren - Naturschutz und Landschaftsnutzung gehen auch miteinander."

Bei den Abgeordneten erzeugten die Berichte aus der Praxis Nachdenklichkeit. "Der Teichwirt ist nicht dafür da, dem Kormoran das kalte Büfett zusammenzustellen", sagte der CDU-Landtagsabgeordnete Henryk Wichmann.

Auch der SPD-Landwirtschaftspolitiker Udo Folgart versprach, an den Themen der Teichwirte dranzubleiben. "Wir sehen, dass viel Schutz von Tieren für die Landnutzer zu neuen Problemen führt", sagte der Lausitzer SPD-Abgeordnete Wolfgang Roick. "Da müssen wir neue Wege finden."