Sachsens SPD-Vorsitzender Martin Dulig soll seine Partei als Spitzenkandidat in die Landtagswahl 2014 führen. Der 39-Jährige wurde am Samstag auf einem Parteitag im erzgebirgischen Annaberg-Buchholz mit 95,4 Prozent der Stimmen nominiert. "Wir müssen dieser sächsischen SPD Gesicht und Stimme geben", sagte Dulig und rief zu einem zeitigen Aufbruch in den Wahlkampf auf, der stark auf ihn zugeschnitten werden soll, um ihn im Land bekannter zu machen. Die SPD ist die erste Partei in Sachsen, die ihren Spitzenkandidaten bestimmt hat.

Die Partei solle sich nicht am politischen Gegner abarbeiten, sagte Dulig. "Mir ist die CDU, mir ist Ministerpräsident Stanislaw Tillich egal. Wenn es etwas zu bekämpfen gibt, dann ist es Vertrauensverlust." Die SPD müsse ihre Angebote an die Wähler verdeutlichen, wie im Bundestagswahlkampf auch mit Hausbesuchen. "Ich will mich nicht am Wettbewerb um die radikaleren Forderungen beteiligen."

Der Parteichef betonte mehrfach, mit den Menschen im Land müsse respektvoller umgegangen werden. Es mache ihn wütend, dass die Regierung Sachsen als Niedriglohnland preise. Das sei Geringschätzung, keine Wertschätzung. Er warb aber auch für einen respektvollen Umgang mit Unternehmern. "Das sind nicht alles Ausbeuter und Kapitalistenschweine." "Wir müssen raus aus dieser Zehn-Prozent-Nische", sagte Dulig mit Blick auf die Landtagswahl 2009. Damals war die SPD auf 10,4 Prozent der Stimmen gekommen.

Die Kandidatenliste für die Landtagswahl soll im Januar 2014 aufgestellt werden. Ihr Wahlprogramm - Generalsekretär Dirk Panter sprach von Regierungsprogramm - wollen die Sozialdemokraten dann im Frühjahr verabschieden. Derzeit hat die Partei nach eigenen Angaben knapp 4500 Mitglieder, Tendenz steigend.

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Sachsens FDP-Landesvorsitzender Holger Zastrow und sein Generalsekretär Torsten Herbst werden 2014 wieder als Direktkandidaten zur Landtagswahl antreten. Sie wurden wie der rechtspolitische Sprecher der Landtagsfraktion, Carsten Biesok, am Samstag auf einem Stadtparteitag der Dresdner FDP nominiert. Die Landesliste der Liberalen für die Wahl werde Anfang 2014 beschlossen, sagte Sprecher Christian Schulze am Sonntag. Die Freien Wähler in Sachsen wollen bei der Landtagswahl mindestens sechs Prozent der Stimmen erringen. Dieses Ziel hat der am Samstag in Leipzig wiedergewählte Vorsitzende Bernd Gerber (59) ausgerufen, wie die Landesvereinigung mitteilte. Zu seinem Stellvertreter wurde Steffen Große bestimmt, der auch Geschäftsführer der Bundesvereinigung Freier Wähler ist.