Nach den Landtagswahlen im September hatte die Linkspartei den Posten des Landtagsvizepräsidenten an die CDU verloren. Brandenburg ist derzeit das einzige Bundesland, in dem es nur einen stellvertretenden Präsidenten des Landesparlaments gibt. "Wir glauben, dass ein zweiter Vizepräsident dem Klima zwischen den Fraktionen dient", so Ness. "Grundsätzlich geht es darum, dass die größten Fraktionen des Parlaments angemessen repräsentiert werden." Damit wären jedoch auch Kosten verbunden: Die Geschäftsordnung des Landtags besagt, dass ein Vizepräsident eine um 35 Prozent erhöhte Diät erhält. Auf ein Jahr gerechnet betrügen die Zusatzkosten für den Landtag rund 30 000 Euro. Dazu kämen eventuell Kosten für einen Fahrer oder ein Sekretariat.

Für die angekündigte Verfassungsänderung ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit des Parlaments, also von 66 Abgeordneten, erforderlich. Die Regierungskoalition ist deswegen auch auf Zustimmung der Opposition angewiesen. Während die AfD die Schaffung eines zweiten Vizepräsidenten klar ablehnt, stimmt der Vorsitzende der sechsköpfigen Grünen-Fraktion, Axel Vogel, der Neuregelung zu. "Zwei Vizepräsidenten sollten in der Verfassung fixiert werden", sagte Vogel. Allerdings seien die Grünen nicht der Auffassung, dass für jeden Vizepräsidenten ein eigenes Sekretariat und ein eigener Dienstwagen benötigt werde.

Am Ende kommt es deswegen auf die CDU an. Und Letztere möchte vor allem sicherstellen, dass einer der Vizepräsidenten der Opposition angehört. Das aber könne nach Aussage des Parlamentarischen Geschäftsführers Jan Redmann auch dadurch gelöst werden, dass in der Verfassung festgeschrieben werde, dass der Präsident oder der Vizepräsident von der Opposition zu stellen sei.