"Die sozialen Brennpunkte in Städten nehmen zu." Die Partei will bei einem Wahlsieg durchsetzen, dass bei Neuvermietungen die Miete maximal zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen darf. Beim Kindergeld sollen Gering- und Mittelverdiener mehr bekommen als bisher - und zwar maximal 324 Euro Kindergeld pro Monat. Steinbrück betonte mit Blick auf die jüngste Debatte um seinen angeblichen Einsatz für niedrige Industriestrompreise als Aufsichtsrat des Stahlkonzerns ThyssenKrupp: "Ich habe mich an keiner Stelle eingesetzt für Rabatte."

Zu einer neuen Umfrage, wonach er im direkten Vergleich 36 Prozentpunkte hinter Kanzlerin Angela Merkel (CDU) liegt, sagte Steinbrück, der Abstand sei auch schon einmal geringer gewesen. "Und da kommen wir auch wieder hin." In einer Forsa-Umfrage für den "Stern" und RTL liegt die Partei nur noch bei 25 Prozent, für Rot-Grün würde es nicht reichen.

In der Bundestagsfraktion hofft man, dass sich die Debatte um Steinbrück bald totläuft. Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier sagte, im Bundestagswahlkampf würden andere Themen im Mittelpunkt stehen, "als die, die derzeit die Titelseiten schmücken".

Niedersachsens SPD-Spitzenkandidat Stephan Weil sagte, ein Regierungswechsel bei der Landtagswahl am 20. Januar von Schwarz-Gelb zu Rot-Grün sei zum Greifen nah. "Peer Steinbrück ist ein hervorragender Kanzlerkandidat."

Steinbrück selbst hatte das Mietenkonzept erarbeitet, die jüngst vom Bundestag beschlossene Mietrechtsnovelle will die SPD über den Bundesrat stoppen. Die SPD will neben der Deckelung bei Neuvermietungen auch bei Bestandsmieten über vier Jahre nur noch eine maximale Erhöhung um 15 Prozent zulassen.

Wenn bis zu 40 oder 50 Prozent des Einkommens für Mieten bezahlt werden müssten, komme es zu zunehmenden Verdrängungseffekten, erklärte Peer Steinbrück.