Damit sollen Väter und Mütter künftig ihre Arbeitszeit zwei Jahre lang auf 26 bis 36 Stunden reduzieren können und dafür ein Familiengeld von zusammen 300 Euro erhalten.

Eine ähnliche Regelung soll auch Angehörige entlasten, die sich um Familien-Pflegefälle kümmern. Damit hat Schwesig ihr 2016 vorgelegtes und von der Union abgelehntes Konzept erweitert. Die Kosten werden auf 2,5 Milliarden Euro pro Jahr veranschlagt. "Familien sind heute unter massivem Druck durch eine Doppelt- oder Dreifachbelastung", sagte Schwesig.

Sie will mit ihren Plänen auch einen Kulturwandel befördern und das immer noch vorherrschende Modell schwächen, wonach Väter nach der Geburt eines Kindes weiter Vollzeit arbeiten und Mütter erheblich reduzierte Teilzeit. Sie kritisierte, dass Frauen derzeit 80 Prozent der Arbeit für Kinder und Pflegefälle leisteten. Nicht die Familie sollte arbeitsfreundlicher, sondern die Arbeitswelt familienfreundlicher werden, sagte sie.

Der Arbeitgeberverband BDA wies die Vorschläge Schwesigs als "überflüssig" zurück. Stattdessen seien mehr Ganztagskitas dund Ganztagsschulen notwendig. Der Verband Gesamtmetall nannte die Pläne "absurd" und befürchtet eine Verschärfung des Arbeitskräftemangels. Die Linke-Vorsitzende Katja Kipping sagte: "Die Pläne greifen zu kurz." Und Bayerns Sozialministerin Emilia Müller (CSU) warf Schwesig vor, Väter und Mütter bevormunden zu wollen.

CSU-Chef Horst Seehofer hatte am Wochenende angekündigt, auch die Union wolle die Förderung von Familien zu einem zen tralen Thema im Wahlkampf machen. Er sagte, derzeit prüfe seine Partei etwa einmalige finanzielle Hilfen für junge Paare für Anschaffungen wie Kinderwagen und Babyausstattung sowie Steuererleichterungen für Eltern. Außerdem sei die Einführung eines Bildungskontos im Gespräch sowie die schrittweise Abschaffung von Kita-Gebühren. Kommentar Seite 8