Die „Art des Auftretens“ und die „persönlichen Angriffe“ machen aus Sicht Holzschuhers die brandenburgischen Christdemokraten als Koalitionspartner ungeeignet. Er könne nur „mit Kopfschütteln“ auf den CDU-Parteitag vom Wochenende reagieren, bei dem „die letzte Chance verpasst wurde, das Ganze in eine vernünftige Richtung zu bringen“, sagte Holzschuher. Und er griff seinerseits die CDU-Chefin scharf an. „Eine Frau Ludwig ist für mich in keiner Weise geeignet, ein Regierungsamt zu übernehmen“, so der SPD-Fraktionschef auch mit Blick auf die nächsten Landtagswahlen in drei Jahren. So lange Ludwig die Partei führe, sei das ein Problem und entsprechend wurde bei der Fraktionssitzung der von der CDU angekündigte harte Oppositionskurs auch gewertet, berichtete Holzschuher.

Der Bundesparteitag des derzeitigen Koalitionspartners, der Partei die Linke, war den Sozialdemokraten keine weiteren Erörterungen wert. Er wisse nicht, wie die Brandenburger Delegierten, darunter auch Abgeordnete und Minister, abgestimmt hätten bei der Beschlussfassung zu einem Programm, das aus Sicht der SPD eine Koalition auf Bundesebene mit der Linkspartei „in dieser Form“ ausschließt. Für die Landespolitik spielten die teilweise radikalen Beschlüsse keine Rolle und sie würden auch keine Auswirkungen auf die Politik des rot-roten Regierungsbündnisses haben. Da gelte der Koalitionsvertrag. Die Fraktionsvorsitzende der Linkspartei, Kerstin Kaiser, sagte zu dem Bundesparteitag von Erfurt, das auch von ihr mitgetragene Programm stelle einen „Kompromiss“ dar. Für die brandenburgische Landespolitik sehe sie in den Beschlüssen jedenfalls keinen Hinderungsgrund, und die Koalition mit den Sozialdemokraten bleibe ein „Zukunftsmodell“. Sie hoffe, dass Brandenburg nicht längerfristig die einzige rot-rote Koalition stelle. Bei dem umstrittenen Beschluss zu einer völligen Legalisierung aller Drogen habe sie sich enthalten, sagte Kaiser, und es sei bekannt, dass es nicht nur in dieser Frage bei den Brandenburgern auch abweichende Meinungen gebe.

Für die CDU wiederum reagierte Parteichefin Saskia Ludwig auf die umstrittenen Beschlüsse der Partei die Linke mit der Bemerkung, es habe sich herausgestellt, dass diese Partei den Sturz „unserer verfassungsmäßigen Ordnung“ anstrebe. Die Bemerkungen von Holzschuher zu ihrer Person und dem Kurs der Landes-CDU wollte Ludwig nicht kommentieren. „Das sind eben Ausführungen eines politischen Mitbewerbers“, sagte sie lediglich.