Von Benjamin Lassiwe

Das Plakat im Garten des Potsdamer Regine-Hildebrandt-Hauses, der Landeszentrale der SPD, ist ganz in Rot gehalten. Kein Foto ist darauf, keine Zeichnung. „Ein Brandenburg“ steht in großen, weißen Lettern darauf, dazu das Logo der Brandenburger SPD. Vor dem Plakat stehen ein einzelnes Mikrofon und der Ministerpräsident. Nach einigen Tagen Urlaub sichtlich gut gelaunt, erläutert der Spitzenkandidat der Brandenburger Sozialdemokraten den Potsdamer Pressevertretern, wie er sich den Wahlkampf vorstellt.

„Unser Thema ist der Zusammenhalt in diesem Land“, sagt Woidke. „Wir wollen ein Brandenburg, das die Regionen des Landes nicht gegeneinander ausspielt.“ Damit spielt Woidke auf den Strukturwandel in der Lausitz an. Was in der vom Kohleausstieg betroffenen Region als dringend notwendig gesehen wird, hat in den letzten Monaten in anderen Landesteilen für Neid und Missgunst gesorgt.

Neben dem großen, roten „Ein Brandenburg“-Plakat will die SPD mit weiteren Motiven für den gesellschaftlichen Zusammenhalt werben. Ein Bild zeigt einen alten Mann, dem der Blutdruck gemessen wird. Dazu das Wahlversprechen, alle Krankenhäuser zu erhalten. Ein anderes Motiv zeigt Dietmar Woidke, umgeben von Feuerwehrleuten. „Wenn es eine Organisation in Brandenburg gibt, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt lebt und rund um die Nächstenliebe lebt, dann sind das die Katastrophenschützer und Kameraden der Feuerwehr.“

Andere Plakate fordern einen Mindestlohn von 13 Euro oder einen Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs. Doch viele Forderungen der SPD finden sich so auch zum Beispiel auf den Plakaten der Linkspartei. Was das Originäre der Sozialdemokraten ist? „Die Verbindung von sozialer Kompetenz und Wirtschaftskompetenz“, sagt Woidke. „Da unterscheiden wir uns deutlich.“ Wahlziel der SPD sei es jedenfalls, „deutlich stärkste Kraft zu werden“, so dass es „keine Regierung ohne die SPD geben kann“, sagt Woidke. Von der deutlich stärksten Kraft ist die SPD allerdings derzeit noch weit enfernt. In der jüngsten Umfrage lag sie, gleichauf mit der AfD und nur ein Prozent vor der CDU, bei gerade einmal 19 Prozent.

Bei den Landtagswahlen 2014 waren die Sozialdemokraten noch mit 31,9 Prozent ins Ziel gekommen. „Wir werden unser Ziel gut erreichen, denn wir stehen erst am Anfang des Wahlkampfs“, sagt Woidke. Zudem seien die gegenwärtigen Umfragen von der Entwicklung auf Bundesebene beeinflusst: Wenn sich in Umfragen aber fast jeder zweite Brandenburger ihn, Woidke, als Ministerpräsidenten wünsche, könne man nicht so viel falsch gemacht haben.