Der 54-jährige Ministerpräsident hat keinen Gegenkandidaten. In seinem Leitantrag fordert der Vorstand einen gesetzlichen Mindestlohn und betont das Ziel, im ganzen Land für gleichwertige Lebensverhältnisse zu sorgen. Als Gastredner wird der stellvertretende SPD-Bundesvorsitzende, Außenminister Frank-Walter Steinmeier, erwartet.

SPD knapp vor Linkspartei
Mit Platzeck und Steinmeier stehen schon die Zugpferde fest, die die gebeutelte SPD über die nächsten Wahlen retten sollen. Sichere Mehrheiten wie noch in den 1990er-Jahren gehören lange der Vergangenheit an, vielmehr behaupten sich die märkischen Sozialdemokraten in Umfragen derzeit nur relativ knapp vor der Linkspartei. Bei einer Landtagswahl wäre die SPD zuletzt auf 35, die Linke auf 30 Prozent gekommen; die CDU landete bei 21 Prozent.

Urnengang 2009 schon im Blick
Zwar wird Brandenburgs Landtag - gemeinsam mit dem Bundestag - erst im Herbst 2009 neu gewählt, die SPD hat das Datum aber bereits jetzt fest im Blick. Nicht umsonst nahm sich der designierte Spitzenkandidat und Neubrandenburger Steinmeier in dieser Woche vier Tage lang Zeit, um Land und Leute zwischen Elbe und Oder näher kennen zu lernen.
In seiner Rede auf dem bevorstehenden Parteitag werde er Näheres über seine künftige Rolle in Brandenburg und in der märkischen SPD sagen, heißt es. Obgleich die Sozialdemokraten im laufenden Jahr laut Generalsekretär Klaus Ness einen leichten Zuwachs verbuchten, bleibt ihre Stärke mit knapp 6600 Mitgliedern jedoch begrenzt. Vor acht Jahren waren es noch fast 1000 Parteigänger mehr.
Eine schlagkräftigere Spitze erhofft sich Platzeck von der Umbildung des Vorstandes. So soll der Parteitag beschließen, dass es künftig nur noch zwei statt wie bisher vier Stellvertreter des Vorsitzenden gibt. Morgen stehen dafür die Vize-Chefin und wissenschaftspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion, Klara Geywitz, sowie die Cottbuser Landtagsabgeordnete und Gesundheitsexpertin Martina Münch zur Wahl.
Platzeck, der die Partei seit acht Jahren führt, hatte bei den Vorstandswahlen 2006 mit gut 87 Prozent einen Dämpfer hinnehmen müssen. Zwei Jahre zuvor waren es noch 95,3 Prozent gewesen. Auf sein Ergebnis zum Amtsantritt 2000 dürfte er aber morgen kaum zurückgeworfen werden: Da votierten rund 80 Prozent der Delegierten für ihn. Von der Rede des Regierungschefs wird eine Bilanz der vergangenen zwei Jahre erwartet. Darin dürfte er auf Erfolge wie die gesunkene Arbeitslosigkeit, verbesserte Wirtschaft und den Schuldenabbau im Landeshaushalt hinweisen.

13 Anträge liegen vor
Insgesamt liegen dem Parteitag 13 Anträge vor. Sie fordern unter anderem die Bereitstellung von genügend bezahlbaren Wohnungen vor allem in berlinnahen Kommunen mit steigenden Einwohnerzahlen, ein "schnelles Internet" auch in Randregionen, eine Angleichung der Ostrenten an das Westniveau bis 2009 und mehr Selbstverantwortung für Schulen.