Sachsens SPD-Landtagsfraktion wartet mit Spannung auf die von der Regierung angekündigten Maßnahmen gegen den Lehrermangel. Die Fraktion hat vorausschauend jetzt eine eigene Rechnung vorgelegt. Das von der CDU/FDP-Koalition Ende vergangenen Jahres verkündete und seither heiß umstrittene Bildungspaket für die Jahre bis 2016 müsste um rund 140 Millionen Euro aufgestockt werden, erklärten Fraktionschef Martin Dulig und Bildungsexpertin Eva-Maria Stange am Freitag in Dresden.

Lückenstopfen reicht nichtNoch nicht enthalten in der Rechnung sind etwa weitere nötige Ausgaben beispielsweise für die anstehende Integration behinderter Schüler unter dem Stichwort Inklusion. Die SPD-Fraktion setzt bei ihrer Rechnung vor allem auf eine langfristige Planung gegen den Lehrermangel.

Es reichten nicht nur Feuerwehreinsätze, um angesichts des aktuellen Unterrichtsausfalls Lücken kurzfristig zu stopfen. Ein Programm "Geld statt Stellen" könne kein Ersatz für eine nachhaltige Personal- und Schulentwicklungsplanung sein. "Es reichen nicht mal eben 10 Millionen Euro, um ein akutes Problem zu beheben", sagte Dulig angesichts der Koalitionsankündigung, das Bildungspaket nachbessern zu wollen.

Finanzierung mit Steuergeld Zur Finanzierung der zusätzlichen Ausgaben sollten unter anderem Steuermehreinnahmen herangezogen werden, so die SPD-Fraktion. Angezapft werden könnten auch die 75 Millionen Euro, die Sachsen jährlich in die Tilgung von Schulden steckt. Zudem verwies Stange auf die Mittel des Bundes für den sogenannten Hochschulpakt, die in die Lehrerausbildung investiert werden könnten.

Stange erläuterte die einzelnen Posten: 24 Millionen Euro sollten zusätzlich in jährlich 800 neue Studienplätze für Lehramtsstudenten fließen. 38 Millionen Euro wären für jährlich 500 neue Referendarstellen nötig. 143 Millionen Euro kämen zusammen, wenn die derzeit tatsächlich besetzten Lehrerstellen erhalten würden. Zudem sollten bis 2016 schrittweise 1800 neue Lehrer eingestellt werden.