Jeder Abgeordnete müsse vor Ort energisch um seinen Wahlkreis streiten, sagte Fritsch nach einer dreitägigen Klausursitzung der Fraktion gestern in Potsdam. Die SPD bleibe dabei, keine Koalitionsaussage vor der Wahl am 19. September zu machen.
Von den derzeit 36 SPD-Abgeordneten treten laut Fritsch voraussichtlich acht bis zehn nicht wieder an. Je nach Verlauf der Nominierungen könnte jedoch auch die Hälfte ausscheiden. Während der Klausurtagung in Brielow (Potsdam-Mittelmark) habe Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) alle Kandidaten zum größtmöglichen Einsatz aufgerufen. "Die Kollegen müssen brennen und kämpfen."
Wichtige Themen in möglichen Koalitionsverhandlungen wären eine Härtefall-Kommission für Asylbewerber, denen die Abschiebung droht, sowie die Einrichtung von Sekundarschulen. Beides stehe für die Sozialdemokraten unverändert auf der Tagesordnung, sei nur derzeit nicht gegen den Widerstand des Koalitionspartners CDU durchzusetzen. Sekundarschulen sollen nach dem Willen der SPD die Realschule und Gesamtschule ohne gymnasiale Oberstufe ersetzen, um so angesichts sinkender Schülerzahlen diese Bildungsgänge erreichbar zu halten.
Der SPD-Fraktionschef erwartet, dass die Bildungspolitik ein Dauerthema bleibt. Damit es auch künftig in jedem Grundzentrum möglichst eine weiterführende Schule gibt, dürfen Klassen dort an Gesamtschulen ab dem Schuljahr 2004/05 ausnahmsweise eine Minimalgröße von 15 Schülern haben. Trotz des Landtagswahlkampfes müsse der Öffentlichkeit klar gesagt werden, dass etliche Schulstandorte nicht länger zu erhalten sind, unterstrich Fritsch. (dpa/ta)