Nolle hatte nach internen Querelen am Dienstag sein Sprecheramt abgegeben (die RUNDSCHAU berichtete).
Nach Auffassung von Jurk war der Ausstieg aus dem Sprecheramt "lange vorbereitet". Nolle, der zuvor in einem Thesenpapier mangelnde Kommunikation unter anderem zwischen Wirtschaftsministerium und Fraktion bemängelt hatte, habe "etliche Angebote" zu Gesprächen und Informationen nicht genutzt. Jurk kritisierte zudem, dass der Druckerei-Unternehmer sein Papier zuerst in der Öffentlichkeit statt in der Fraktion verbreitet habe.
"Er hat die Kommunikation selbst nicht gewollt", sagte Jurk. Dies sei bedauerlich, zumal nun die Sprecherfunktion von einem anderen Kollegen der Fraktion zusätzlich übernommen werden müsse. Nolle sei in der Fraktionssitzung am Dienstag, in der er seinen angedrohten Rückzug vollzogen hatte, isoliert gewesen. Fraktionschef Cornelius Weiss hatte schon vor einer Woche erklärt, er schätze Nolle zwar als Querdenker, lehne aber "ultimatumartige" Forderungen ab.
Laut Fraktion bleibt der 61 Jahre alte Nolle energiepolitischer Sprecher und Vertreter im Sachsenbank-Untersuchungsausschuss. Nolle selbst war bislang nicht zu erreichen. Zur Mittwoch-Landtagssitzung hatte er sich entschuldigen lassen. Nolle wurde von Teilen der CDU/SPD-Regierungskoalition im Freistaat schon seit Längerem als "Störfaktor" betrachtet. Er hatte den Koalitionspartner CDU wiederholt offen kritisiert. (dpa/mb)