Nach einem Vorschlag Jurks, der jetzt intern diskutiert wird, soll ein Drittel der Vollzeitstellen gestrichen werden - von 22,5 auf 15,5. Ein herber Schlag für die 4500 Mitglieder schwache Sachsen-SPD. Doch nach den Schlappen bei Bundestags- und Landtagswahlen fallen die Parteizuweisungen an die Sozialdemokraten deutlich geringer aus. Die Strukturen des Landesverbandes seien im Vergleich zu anderen viel zu groß, heißt es.
Betroffen wären vor allem die zehn Unterbezirke, die künftig von nur noch sechs Regionalgeschäftsführern betreut werden sollen. Betriebsbedingte Kündigungen sollen mit Altersteilzeit und Abfindungen vermieden werden. Bei den dabei anfallenden Kosten im sechsstelligen Bereich hofft man auf Hilfe aus dem Berliner Willy-Brandt-Haus.
Neu installiert werden soll zugleich ein politischer Landesgeschäftsführer, auch wenn mit Andreas Weigel gerade erst ein Landesvorstandssprecher eingeführt wurde. Auch ein neuer Landesgeschäftsführer für die Parteiorganisation wird gesucht. Dafür fällt ein dritter Chefposten weg. Entscheidungen sollen noch im Frühjahr fallen. Der Landesvorstand ist mittlerweile informiert, nächste Woche sind alle Ortsvereinschefs zu einem Treffen mit Jurk eingeladen.
In der Partei macht sich der Vorsitzende mit seinen Plänen nicht nur Freunde. "Demnächst muss der Arbeitsminister die erste Kündigung unterschreiben", maulen Mitglieder. Auch führende Genossen im Raum Leipzig treten auf die Bremse. Die beiden Unterbezirke seien gut aufgestellt, es gebe keinen Änderungsbedarf, sagt Gunter Weißgerber, Chef des SPD-Verbandes Leipzig-Borna. Von einer "guten Diskussionsgrundlage", die aber "noch nicht zu Ende gedacht" sei, spricht Henning Homann, Chef der SPD-Nordsachsen. Die Reform sei eine Chance, die ehrenamtliche Mitarbeit zu stärken. Ein politischer Landesgeschäftsführer müsse nach innen wirken und der Basis mehr Mitwirkung ermöglichen. Das sieht auch Weißgerber so: "Die Partei fühlt sich manchmal vernachlässigt." Der Chefposten müsse daher von einem Parteitag g ewählt werden.