"Wir sind offen in der Diskussion." Bei der Kreisgebietsreform gehe es um die Frage, wann ein Kreis so leistungsfähig ist, dass er die Aufgaben bewältigen könne. Dabei werde die Stärkung der Oberzentren eine zentrale Rolle spielen.

Die unter Federführung von Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) geplante Kommunalreform will die Zahl der Landkreise von 14 auf zehn reduzieren, einzig Potsdam soll dabei als kreisfreie Stadt weiterbestehen. Zudem sollen zahlreiche Landesaufgaben an die neuen Kreise abgetreten werden. Gegen die Reform gibt es auch im Lager von rot-rot Widerstand - so erklärte der Brandenburger SPD-Landtagsabgeordnete Ralf Holzschuher noch am Montag, dass für ihn die geplante Reform derzeit nicht zustimmungsfähig sei. Bei nur drei Stimmen Mehrheit im Landtag dürfte die Potsdamer Koalition deswegen für eine Umsetzung der Reform auf Stimmen aus der Opposition angewiesen sein. "Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir mit einer Mehrheit aus Stimmen der Koalition im nächsten Jahr das Leitbild für die Reform beschließen", sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Klaus Ness am gestrigen Dienstag. "Ich freue mich aber auch, wenn Stimmen aus der Opposition zustimmen."

Kreisverwaltung in Cottbus

Ness erklärte weiter, die Koalition werde den einzukreisenden Städten ein finanzielles Angebot vorlegen, das großzügiger als die in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen getroffenen Regelungen ausfallen werde. "Ich persönlich kann mir gut einen Landkreis Niederlausitz aus Cottbus, Spree-Neiße und Oberspreewald-Lausitz vorstellen", sagte der SPD-Fraktionschef. "Da müsste dann Cottbus als Oberzentrum natürlich Sitz der Kreisverwaltung sein."