Die Mehrheit der SPD sieht er dabei hinter sich. Die Reaktionen der Genossen reichten "von irritiert bis entsetzt".
Grund für den großen Ärger sind sowohl das Thesenpapier von Ex-Minister Matthias Rößler und des CDU-Landesvorstandes "Deutscher Patriotismus im vereinigten Europa" wie auch das Papier "Wir sind stolz auf unser Land" der Jungen Union (die RUNDSCHAU berichtete). Hohmann sieht in der Verbindung zwischen Neoliberalismus und plumpem Nationalismus einen "Rechtsruck der CDU".
Im Gewand eines harmlosen Patriotismus enthielten die Papiere Argumente des historischen Revisionismus, der die Einmaligkeit von Auschwitz angreife und einer Relativierung der Judenvernichtung das Wort rede.
Die Union arbeite mit einem völkischen Nationenbegriff und einer biologistischen Abstammungslehre, der von modernen Demokratien längst überholt sei. Ähnliche Formulierungen und Verbündete für den "nationalistischen Mummenschanz" fänden sich am ehesten bei den Rechtsextremen von NPD, DVU und Republikanern. "Die Union”, so Hohmann, "bietet ein Musterbeispiel dafür, wie man die Politik der NPD normalisiert und legitimiert." Die Jusos würden ein eigenen Papier zum Patriotismus erarbeiten.
Das Patriotismuspapier soll morgen auf dem CDU-Parteitag verabschiedet werden. Dagegen gibt es jedoch auch kritische Stimmen aus den eigenen Reihen. Nach Kritik der Ausländerbeauftragten Friederike de Haas hatte Ex-Wirtschaftsminister Martin Gillo appelliert, es dürfe keine "Bevölkerungsperspektive aus dem 19. Jahrhundert angewendet werden".
Kritik gab es auch von den Grünen. Fraktionschefin Antje Hermenau sagte, die CDU verfolge einen so engen Begriff von Heimat und Identität, dass sich nicht nur ausländische Bürger, sondern auch Deutsche aus anderen Bundesländern ausgegrenzt fühlen müssten. Hermenau: "Wenn sich Rößler durchsetzt, muss sich auch Georg Milbradt auf Dauer als Fremder fühlen."