Wie Ministerpräsident und SPD-Landeschef Matthias Platzeck ankündigte, sollen danach in der nächsten Legislaturperiode bis 2014 insgesamt 1250 neue Lehrer eingestellt werden - 500 mehr als bislang geplant. "Wir wollen den Lehrkörper verjüngen. Wir wollen, dass in keiner Grundschule, Oberschule oder Gesamtschule mehr als 28 Schüler pro Klasse sitzen", sagte Platzeck. Der Bildungsminister werde freie Hand haben, die Lehrer frühzeitig einzustellen, da absehbar "in fünf Jahren der Markt relativ eng sein werde". Einstiegsgehälter bleiben Platzeck stellte klar, dass Brandenburg die Einstiegsgehälter für Lehrer nicht wie Berlin erhöhen wird. Zwar beträgt der Unterschied rund 1000 Euro. Doch wies Platzeck darauf hin, dass Brandenburg dafür im Unterschied zu Berlin Lehrer weiterhin verbeamte. "Brandenburg steht im Vergleich nicht schlecht da." Für die SPD wird die Zustimmung zu dem beschlossenen Bildungspaket, das jährlich insgesamt 50 Millionen Euro kostet, eine maßgebliche Bedingung für die Auswahl des Koalitionspartners im Herbst sein. Neben den neuen Lehrerstellen setzt die SPD dabei kategorisch auf die Einführung eines monatlichen, nicht zurückzuzahlenden 100-Euro-Stipendiums ("Schüler-Bafög") für Abiturienten aus sozial schwachen Familien, den Verzicht auf jedwede Studiengebühren und auf einen verbesserten Personalschlüssel in den überlasteten Kindertagesstätten im Land. Zwar werden in Brandenburg mehr Kinder in Kitas betreut als in allen Ländern außer Sachsen-Anhalt. Doch beim Betreuungsschlüssel etwa in den Krippen (eine Erzieherin auf sieben Kleinstkinder) ist das Land bundesweit Schlusslicht, weshalb eine Volksinitiative vorbereitet wird. Die SPD will laut Platzeck nach der Landtagswahl den Betreuungsschlüssel in den Krippen auf "Eins zu Sechs" verbessern, was jährlich 17 Millionen Euro ausmacht. Schon jetzt zahlt das Land Brandenburg jährlich 149 Millionen Euro für Kitas. Auf dem "kleinen Parteitag" beschloss die SPD einstimmig die Landeslisten für die am gleichen Tag stattfindende Bundestags- und die Landtagswahl, bei der die Genossen mit einem prominenten Duo antreten. Spitzenkandidaten stehen festMärkischer Spitzenkandidat für den Bundestag ist Außenminister Frank-Walter Steinmeier, für die Landtagswahl Platzeck. Nach allen Umfragen des letzten Jahres kann die SPD damit rechnen, mit Abstand stärkste Partei vor Linken und CDU zu werden. Zwar ziehen märkische SPD-Abgeordnete in Berlin und Potsdam traditionell vor allem über direkt gewonnene Wahlkreise in die Parlamente ein. Trotzdem spiegeln die Listen die Machthierarchien wieder - und die Wertschätzungen Platzecks. Bei den jetzigen Ministern etwa gibt es eine klare Rangordnung: Zuerst kommt Finanzminister Rainer Speer (Platz 5), gefolgt von Bildungsminister Holger Rupprecht (11), Infrastrukturminister Reinhold Dellmann (13) und als letzter Umweltminister Dietmar Woidke (15). Die bisherige Sozialministerin Dagmar Ziegler, die in den Bundestag will, kandidiert auf dem Listenplatz 2 nach Steinmeier. Kommentar