Cottbus. Der erste Lausitzer Spargel ist da. Gastronomiebetriebe und Spargelfans haben den Saisonbeginn schon erwartet. Doch noch macht sich das Edelgemüse auf den Feldern eher rar. Der Grund: zu wenig Sonne.

Gleichzeitig steigt der Druck auf die Spargelbauern. Sie müssen sich in diesem Jahr auf höhere Lohnkosten einstellen. Denn der Mindestlohn in der Landwirtschaft wurde ab 1. Januar 2016 von 7,20 auf 7,90 Euro pro Stunde angehoben. "Eigentlich müssten wir die Preise um zehn Prozent erhöhen, um das zu kompensieren", sagt Spreewaldbauer Karl-Heinz Ricken. Nach einer Einschätzung des Verbandes der sächsischen Spargelbauern könnte der Preis in der Hauptsaison sogar um bis zu 20 Prozent steigen. Wie sehr sich der Mindestlohn auf die Spargelpreise niederschlägt, ist derzeit aber noch nicht absehbar. Letztlich regulieren Angebot und Nachfrage den Markt.

"Die Anhebung werden wir nicht zu 100 Prozent auf den Preis umlegen", ist Gerald Kaltschmidt vom Spargelbetrieb Preschen (Elbe-Elster) überzeugt. Zu groß sei dann der Druck durch die ausländische Konkurrenz. "In Polen liegt der Lohn für Erntehelfer beispielsweise bei 2,10 Euro. Da liegen Welten dazwischen", sagt er. Das verschärfe die Wettbewerbssituation zusätzlich.

Um gleiche Bedingungen zu schaffen, plädiert er für einen europaweit gleichen Mindestlohn. Doch nicht alles könne auf die Konsumenten übertragen werden. "Wir werden uns daher für die Zukunft überlegen, wie wir die Produktionskosten senken und die Ernte effektiver machen können."

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