Doch Kapital hat die konservative Volkspartei (PP) bisher nicht daraus schlagen können. Im Gegenteil: Ein Korruptionsskandal macht den Konservativen zu schaffen. Starrichter Baltasar Garzón ließ vor wenigen Tagen sechs Unternehmer festnehmen, die seit Jahren mit der PP Geschäfte machen. Es ging etwa um öffentliche Aufträge und Baugenehmigungen in Gemeinden, die von den Konservativen regiert werden. Die Festgenommenen sollen gegen Zahlung illegaler Kommissionen bei der Vergabe der Aufträge begünstigt worden sein. Garzón ermittelt gegen 37 Verdächtige, darunter zwei inzwischen abgesetzte PP-Amtsträger. Der Vorwurf: Beamtenbestechung, Geldwäsche, Vetternwirtschaft und Steuerhinterziehung. Die mutmaßliche Schlüsselfigur der Affäre ist Francisco Correa, ein Unternehmer, der seit Jahren Veranstaltungen der PP organisiert. In abgehörten Telefonaten gibt Correa Einblicke: "Wenn ich das Tonband herausrücke, das ich von ihm habe, scheißt sich der Fleischklops in die Hosen." Gemeint ist damit Arturo Gon zález Panero, bisher Bürgermeister der Madrider Gemeinde Boadilla del Monte. Als die Presse aufdeckte, er besitze in den USA Immobilien, die in keinem Verhältnis zu seinem Bürgermeistergehalt stünden, zwang ihn die Partei zum Rücktritt. Die Konservativen halten es nicht für einen Zufall, dass der Skandal kurz vor den Regionalwahlen am 1. März im Baskenland und Galizien publik wurde. Sie wittern eine Verschwörung. Die Sozialisten hätten Staatsanwaltschaft und Polizei benutzt, um die PP zu diskreditieren, sagt Parteichef Mariano Rajoy. Mit "illegalen Aktivitäten" habe die PP nichts zu tun. "Vielmehr handelt es sich um ein Komplott gegen unsere Partei."