„Familie ist nach wie vor unersetzlich“, sagte die Ministerin, sie rangiere „vor Arbeit, vor Konsum, vor Freizeit“. Die RUNDSCHAU fasst die wichtigsten Ergebnisse der Umfrage zusammen.

Was wünschen sich die Bürger von der Familienpolitik?

Mehr Unterstützung. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist inzwischen zum größten, familienpolitischen Wunsch geworden. 63 Prozent der Bevölkerung erwarten, dass sich die Politik dieser Aufgabe konsequent widmet.

Wie lässt sich die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtern?
57 Prozent der Bevölkerung, 71 Prozent der berufstätigen Mütter messen flexiblen Arbeitszeiten besondere Bedeutung für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei. Ganz oben auf dem Wunschzettel stehen ebenso ein ausreichendes Betreuungsangebot in den Kommunen (81 Prozent), auch für Kinder unter drei Jahren (51 Prozent), der Ausbau der Ganztagsbetreuung (65 Prozent) sowie eine bessere Abstimmung von Betreuungszeiten in Kitas und Schulen mit den Arbeitszeiten (64 Prozent).

Wer muss mehr tun für die Familien?
Nach Ansicht der Bürger vor allem die Unternehmen. Nur eine Minderheit hat den Eindruck, dass die Wirtschaft sich ausreichend für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie engagiert. Dabei wären 56 Prozent der nicht berufstätigen Mütter gerne berufstätig, vor allem in einem Teilzeitjob. Ministerin von der Leyen will nun das Förderprogramm für die betriebliche Kinderbetreuung ausbauen. Neu gefördert werden dann auch Universitäten und Betriebe mit mehr als 1000 Mitarbeitern.

Wie sind die Rollen zwischen den Geschlechtern inzwischen verteilt?
Nach wie vor ist die Erziehung und Betreuung der Kinder primär Frauensache, 81 Prozent der Mütter übernehmen den größten Teil dieser Aufgabe. 17 Prozent der Mütter geben an, dass sich der Partner genauso um die Erziehung kümmert. Interessanterweise sind davon doppelt so viele Männer überzeugt.

Hat sich dennoch das Bild vom Vater verändert?
Eindeutig ja. 65 Prozent der Bevölkerung hat den Eindruck, dass sich Väter heute mehr um die Erziehung und Betreuung der Kinder kümmern als noch vor zehn Jahren. 63 Prozent finden das „sehr gut“. Ein Indiz dafür ist auch die zunehmende Inanspruchnahme der Vätermonate beim Elterngeld.

Was erwarten die Bürger konkret vom Staat?
Als wichtigste Aufgabe wird die materielle Förderung der Familien angesehen – durch das Kindergeld (85 Prozent), die beitragsfreie Mitversicherung von Kindern (70 Prozent) und durch das Elterngeld (52 Prozent). 56 Prozent der Bürger wünschen sich überdies den Ausbau der ganztägigen Betreuung. Familienministerin von der Leyen will daher im Herbst ein Aktionsprogramm Kindertagespflege starten, mit dem die Zahl der Tagesmütter in Deutschland auf rund 60 000 verdoppelt werden soll.

Zusammengestellt
von Hagen Strauß