Bei einer Parteiveranstaltung in Gadsdorf (Teltow-Fläming) redete der Ex-Politiker Klartext und beendete damit so manche Spekulation. Nicht die Bedenken der Berliner CDU oder von Naturschützern hätten dafür gesorgt, dass der BER in Schönefeld (Dahme-Spreewald) statt in Sperenberg (Teltow-Fläming) gebaut worden sei. Es sei vielmehr der Bund gewesen, der den damals noch neuen Großflughafen München vor einer drohenden 24-Stunden-Luftfahrt-Konkurrenz aus Brandenburg habe schützen wollen, sagte Stolpe.

Vordergründig waren in den 1990-er Jahren immer wieder die große Entfernung des ehemaligen Militärflugplatzes in Sperenberg von der Hauptstadt und seine schlechte Verkehrsanbindung ins Feld geführt worden. Dabei hätte der relativ dünn besiedelte Standort im Teltow-Fläming-Kreis vor allem in Bezug auf die Flugrouten und die Fluglärmbelastung von Anwohnern viel weniger Probleme als die Region Schönefeld gemacht. Gegen das Entfernungs-Argument spricht auch die Lage des Großflughafens in München, der auch rund 40 Kilometer von der bayerischen Metropole entfernt ist.