Er versicherte, die Aufklärung sei im Gange. Einen Nachweis für derart massive Spähaktionen, wie sie den USA vorgeworfen würden, gebe es bislang aber nicht.

SPD, Linke und Grüne rügten die bisherigen Aufklärungsbemühungen als völlig unzureichend. Merkel müsse sich nun direkt einschalten. Möglicherweise will das Kontrollgremium die Regierungschefin noch selbst befragen.

Die NSA überwacht angeblich im großen Stil die Kommunikation von Bürgern und Politikern in Deutschland. Friedrich war Ende vergangener Woche in die USA gereist, um dort mit Regierungsvertretern direkt über die Vorwürfe zu reden. Friedrich betonte, die Zusammenarbeit mit dem US-Geheimdienst müsse weitergehen. "Es geht um die Sicherheit unseres Landes." Er relativierte nun aber die bisherige Aussage, durch Informationen der NSA seien in Deutschland fünf Anschläge verhindert worden. "Die Zahl der nicht stattgefundenen Terroranschläge zu zählen, ist relativ schwierig", sagte er im ARD-"Morgenmagazin".

Der Innenminister betonte, die Bürger müssten sich auch selbst mehr Gedanken über den Schutz ihrer Kommunikation im Internet machen. Sie müssten sich vor Augen führen, welche Gefahren dort lauerten und wie sie diese abwehren könnten. Der Linke-Abgeordnete Steffen Bockhahn kritisierte, es sei zynisch, dies als Konsequenz aus der Abhöraffäre zu empfehlen.

Der gejagte Geheimdienstexperte Edward Snowden beantragte unterdessen nach langem Verwirrspiel Asyl in Russland - aus Angst vor Folter und Todesstrafe in den USA.