Die zeigte sich enttäuscht über die Finanzplanung der schwarz-gelben Staatsregierung.

Die Unterstützung des Freistaats an die Verbände stagniere - die Kosten für Personal und Anschaffungen seien indes deutlich gestiegen. Zu spüren sei dies bereits in den Kindergärten und Jugendzentren.

Bereits die kommunalen Spitzenverbände hatten am Haushaltsentwurf bemängelt, dass die vor zwei Jahren empfindlich geschröpfte Jugendarbeit abseits der Städte auch diesmal kaum neue Hoffnung schöpfen kann. Die Wohlfahrtsverbände indes vermissen ebenfalls Akzente für Familien, Senioren oder Menschen mit Behinderung.

Damit ernteten die Träger gestern Zustimmung aus der Landtagsopposition. Nach Ansicht der sozialpolitischen Sprecherin der SPD-Fraktion, Dagmar Neukirch, setzt Schwarz-Gelb die Kürzungen der vergangenen Jahre fort. "Die nominelle Ausgabenerhöhung resultiert einzig und allein aus erhöhten Bundesmitteln, die der Freistaat direkt an die Kommunen weiterleitet", kritisiert Neukirch.

Ihr Fraktionskollege Henning Homann bemängelt, dass in den beiden Haushaltsjahren praktisch nichts für Schulsozialarbeit vorgesehen sei. "Die zahlreichen Jugendhilfeeinrichtungen, die in den vergangenen Jahren schließen mussten, werden auch jetzt ihre Türen nicht wieder öffnen können", so Homann.

Passend zu den Forderungen aus dem Sozialbereich präsentierte die Linken-Fraktion gestern eine Studie zur Frauenarmut in Sachsen.

Demnach sank die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen im Freistaat von 2000 bis 2010 um 4,3 Prozent auf knapp 700 000. Gleichzeitig nahmen 30 Prozent mehr Frauen einen Teilzeitjob an. "Zudem fallen 23 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnisse von Frauen unter geringfügige Beschäftigung", erklärte der sozialpolitische Fraktionssprecher Dietmar Pellmann.

Ein besonderes Armutsrisiko tragen laut der Linken-Studie Alleinerziehende - 58 Prozent von ihnen sind auf Arbeitslosengeld II angewiesen. "Frauen sind schon jetzt von Altersarmut stärker betroffen als Männer", so Pellmann. Er fordert ein Landeskonzept zur Bekämpfung von Frauenarmut und ein Beschäftigungs- und Weiterbildungsprogramm vor allem für langzeitarbeitslose Frauen.