ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 15:18 Uhr

Soziale Unterschiede zwischen Ost und West wachsen weiter

Die Schere zwischen den Lebensverhältnissen alter Menschen in Ost- und Westdeutschland wird nach Expertenmeinung weiter auseinander gehen.

"Es wird über Jahrzehnte zwei Teilgesellschaften - Ost und West - geben", sagte der Präsident des größten ostdeutschen Sozialverbandes Volkssolidarität, Gunnar Winkler, jetzt in Berlin. Durch schlechte Jobaussichten für über 50-Jährige, Einkommens- und Vermögensunterschiede sowie das unterschiedliche Rentenrecht hätten Ältere im Osten kaum Chancen.Wie aus einer Studie des Sozialwissenschaftlichen Forschungszentrums Berlin-Brandenburg hervorgeht, schafft die Massenabwanderung - besonders jüngerer Frauen - Probleme: In der Altersgruppe der 21- bis 35-Jährigen kämen heute auf 1000 Männer nur noch 850 Frauen. "Aus einer jüngeren Region ist inzwischen eine deutlich gealterte geworden", sagte Winkler.

In der Studie gibt die große Mehrheit der Befragten an, gute Familienbeziehungen zu haben. Befragt wurden im vergangenen Juni 1274 Deutsche im Alter von 18 bis 85 Jahren, davon rund 900 aus den neuen Bundesländern. Zwei Drittel haben demnach schon bei Krankheiten innerhalb der Familie geholfen. Jedoch gab jeder zehnte Befragte an, im Bedarfsfall keine Unterstützung bekommen zu haben.

Den Job würde ein Großteil - im Gegensatz zur Freizeit - nicht für die Pflege der Angehörigen einschränken. Was die finanzielle Unterstützung angeht, zahlen Eltern und Großeltern mit jährlich 22,5 Milliarden Euro wesentlich mehr an die Kinder - umgekehrt fließen nur 4 Milliarden Euro.