So intervenierte dem Vernehmen nach der Landkreistag in der Staatskanzlei, aber auch aus der CDU wurden Vorbehalte laut. Der Grund ist eine kaum beachtete Schieflage: Denn nach der Einigung, die in einem der RUNDSCHAU vorliegenden Eckpunktepapier von Staatskanzleichef Clemens Appel fixiert wurde, sollen die Kommunen zwar 241 Millionen Euro frei verteilen können. Allerdings müssen davon, was noch unstrittig ist, entsprechend der Bundesvorgaben 213 Millionen Euro in Schulen und Kitas fließen, sodass für sonstige kommunale Infrastrukturprojekte landesweit noch 28 Millionen Euro bleiben. Das Problem: Davon gehen 20 Millionen Euro an die Gemeinden, während für die 14 Landkreise insgesamt nur neun Millionen Euro vorgesehen sind. Im Kontrast dazu stehen etwa aus Sicht der Kreise jedoch 49 Millionen Euro, die das Land mit klaren Zweckbindungen allein in Leuchturm-Sportstätten der großen Städte investieren will. Das sind in Potsdam der Neubau einer Sporthalle im Olympiastützpunkt am Luftschiffhafen und die Sanierung des Karl-Liebknecht-Stadions. In Cottbus ist es die Sanierung der Leichtathletikhalle und die Erweiterung von Fußballanlagen, in der Stadt Brandenburg die Modernisierung der Regattastrecke und in der Stadt Frankfurt die Erweiterung des Schießzentrums. Dieses geplante Paket sorgt dem Vernehmen nach auch deshalb für Verstimmungen, weil führende SPD-Landespolitiker wie Finanzminister Rainer Speer (OSC Potsdam, SV Babelsberg), Fraktionschef Günter Baaske (Turbine Potsdam) und Sportminister Holger Rupprecht (VfL Potsdam) die Präsidenten von Sportvereinen sind, die von diesen Investitionen am meisten profitieren würden. Eig Ber./thm